Solingen: Am Zentralabitur gereift
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 25.05.2007Solingen (RPO). Keine Frage, für Stefan Heinen und seine Mitschüler des Gymnasiums Schwertstraße ist es ein besonderer Moment gewesen. „Ich war nervös“, sagt der 19-Jährige. Um 8 Uhr reihten sich die 95 Abiturienten gestern vor der Tür des Sekretariates auf. Einzeln wurden sie ins Dienstzimmer des Direktors gebeten, um von Klaus Blasberg ihr Abitur-Ergebnis verkündet zu bekommen. Bei Stefan Heinen ging alles relativ flott. „Bestanden habe er“, sagte ihm der Schulleiter sogleich. Dann nannte er dem 19-Jährige die Abi-Durchschnittsnote, sprach ihm seinen Glückwunsch aus. Es folgte ein kräftiger Handschlag und einige persönliche Sätze nach 13 erfolgreiche Unterrichtsjahren bis zur bestandenen Reifeprüfung.
„Die allermeisten sind glücklich aus dem Sekretariat heraus gekommen“, las Stefan Heinen in den Gesichtern seiner Mitschüler. Auch er ist „sehr zufrieden“. Er gehört zum Premieren-Jahrgang, der die ersten zentral gestellten Aufgaben zu lösen hatte. Sein Fazit: Die Abiturklausuren kamen ihm einfacher vor als jene, die zuvor in der 13 geschrieben wurden. Dafür sei die Benotung im Abi etwas strenger ausgefallen. Zentralabitur hin, Einheitlichkeit her: Bei der Bekanntgabe der Noten hat die Zentralität im Land allerdings ihre Grenzen. Die Schulen dürfen den Termin innerhalb eines Zeitfensters selbst festlegen. Heute erfahren die Schüler der Ohligser Geschwister-Scholl-Gesamtschule ihre Ergebnisse, die Abiturienten der Gesamtschule Solingen, des Humboldtgymnasiums sowie des Gymnasiums Vogelsang am Donnerstag nächster Woche.
Zeichen der Zeit
Ingeborg Friege, Rektorin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, begrüßt das Zentralabitur. Über Vorurteile, dass das Abitur an einem Gymnasium schwerer und damit hochwertiger sei als an einer Gesamtschule, können Lehrer an Gesamtschulen ein Lied singen. „Diese Diskussion sind wir in der Vergangenheit nie losgeworden.“ Für Marko Voigt, Leiter des Humboldtgymnasiums, geht am Zentralabitur jedenfalls kein Weg vorbei. „Es ist notwendig, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu erzielen.“ Dies seien die Zeichen der Zeit. Bei seinen über 130 Abiturienten hat Voigt eine große Zufriedenheit über die zentral gestellten Abituraufgaben beobachtet. Klaus Blasberg von der Schwerstraße hat bemerkt, dass sich Schüler aufs Zentralabitur präziser und zielorientierter vorbereitet haben.
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