Solingen: Arbeitsunfall: Geschäftsführer festgenommen
zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 12:27Solingen (RPO). Wie Polizei und Staatsanwalt am Freitagmittag in einer Pressemitteilung bestätigten, ist der 64-jährige Geschäftsführer des Unternehmens vorläufig festgenommen worden, in dem bei einem Arbeitsunfall am Mittwoch zwei Männer starben.
Donnerstagabend wurde der Mann dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ wegen des dringenden Tatverdachts der fahrlässigen Tötung Haftbefehl. Nach den bisherigen Ermittlungen und Überprüfungen der betrieblichen Anlagen durch die Polizei, den TÜV, die Berufsgenossenschaft und den Betrieblichen Arbeitsschutz bei der Bezirksregierung seien durch den Verantwortlichen der Firma maßgebliche Vorschriften für notwendige Sicherheitsvorkehrungen außer Acht gelassen worden, heißt es in der Presserklärung. Aus diesem Grund sei durch den Betrieblichen Arbeitsschutz der Bezirksregierung der weitere Betrieb der Stickstoffanlage untersagt worden.
Der Unglücksverlauf stellt sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft wie folgt dar: Zunächst war ein 24-jähriger Arbeiter zu Reinigungs- und Wartungsarbeiten in den Stickstofftank gestiegen. Im Tank wurde er wegen fehlenden Sauerstoffs und der enormen Kälte bewusstlos und verstarb.
Sein 27-jähriger Arbeitskollege stieg, nachdem er andere Mitarbeiter auf den möglichen Unfall aufmerksam gemacht hatte, ebenfalls in den Tank, um seinen Kollegen zu retten. Auch er verstarb wegen der Umstände im Tank.
Ein weiterer zur Hilfe eilender Betriebsangehöriger (37 Jahre alt ) verletzte sich beim Rettungsversuch schwer. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr besteht nicht. Bei den Rettungsarbeiten zog sich ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen zu. Die Obduktion der Verstorbenen ist für den Freitagnachmittag vorgesehen.
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