Solingen: Auch der BRW verlor Geld mit Zins-Swaps
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 02.12.2008Solingen (RPO). Zunächst lief alles wie erwartet: Durch Zinsaustauschgeschäfte erzielte der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) Erträge von rund 800 000 Euro. Weil die so genannten Zins-Swaps aber nicht so risikolos sind wie zuerst versprochen, drohten riesige Verluste. Von der Commerzbank, mit der das Geschäft abgeschlossen worden war, fühlte sich der BRW falsch beraten. Durch eine Abstandszahlung von 2,25 Millionen Euro gelang der Ausstieg.
Jetzt lässt der Verband durch Fachanwälte die rechtlichen Möglichkeiten für Regressforderungen prüfen. Zunächst soll außergerichtlich verhandelt werden. Trotz des Verlustes schloss das Jahr 2007 mit einem Gewinn von gut einer Million ab. Bei der gestrigen Verbandsversammlung im Gruitener Bürgerhaus bestätigte ein Wirtschaftsprüfer der Geschäftsführung, richtig gehandelt zu haben. Die Beiträge, die von den Kommunen und die Industrie-Mitglieder gezahlt werden und in die Abwassergebühr aller Bürger einfließen, steigen um 0,1 Prozent, liegen derzeit knapp über dem Niveau von 1996. Auf diese Stabilität sei der BRW stolz, erklärte Bodo Nowodworski, der als Vorsitzender der Verbandsversammlung einstimmig wiedergewählt wurde.
Rund 60 Millionen Kubikmeter Abwasser wird der BRW im noch jungen Wasserwirtschaftsjahr (November bis Oktober) in seinen 22 Klärwerken reinigen. Dabei fallen rund 35 000 Kubikmeter entwässerter Schlamm an, der dabei hilft, die Energiekostensteigerung im Rahmen zu halten. Denn durch Verbrennung hilft der Klärabfall beim Heizen oder mit Methangas aus Faulbehältern werden in sechs Klärwerken Gasmotoren betrieben, die im Vorjahr 26 Millionen Kilowattstunden Strom produzierten.
„Aus ökologischen und ökonomischen Aspekten sollten wir die Stromproduktion noch steigern“, erklärte BRW-Geschäftsführer Hans Bernd Schumacher mit Hinweis auf einen Strompreisanstieg von 20 Prozent. Neues Aggregate sind am Klärwerk Monheim (Ersatz für eine defekte Maschine) und Mettmann geplant, das bald auch Gruitener Abwasser aufnehmen soll. Ebenso soll das Klärwerk Ohligs ausgerüstet werden. Dort gibt es derzeit eine Zwangspause: Wegen eines Lecks ist einer von zwei Faulbehältern außer Betrieb.
In Gruiten ist es gelungen, die Leistungsfähigkeit des Krutscheidter Baches zu verbessern, der an der Grenze zu Vohwinkel am Gut Zur Linden auf 250 Meter Länge renaturiert wurde. Gute Erfolge wurden mit der Renaturierung des Galkhauser Baches in Langenfeld erzielt, der auf 500 Meter Länge ein neues Bett aus Sand erhielt. „Dass der Bach hier im Sommer jetzt auch mal austrocknet, ist ganz normal“, sagte Schumacher. Jeder Bach und Flug habe ein Überschwemmungsgebiet, in dem sich Wasser staut, bis es geregelt abfließen kann. In Ballungsräumen sind diese Bereiche aber oft bebaut worden.
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