Solingen: Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt sichtbar
zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Solingen (RPO). Die Zahl der Arbeitslosen ist in diesem Monat wieder gestiegen. 7326 Jobsuchende zählte die Agentur für Arbeit im Juli, 110 mehr als im Vormonat, aber 707 Frauen und Männer weniger als im Juli 2009. Die Wirtschaftskrise ist für Ute Ackerschott, Leiterin der Arbeitsagentur, zwar noch nicht überwunden, "ein Aufschwung ist aber zu erkennen." Der Arbeitsmarkt habe sich generell weiter stabilisiert, sagte sie gestern unserer Zeitung.
Verantwortlich für den Juli-Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist nach ihren Worten die stets in dem Ferienmonat zu beobachtende Zunahme der jüngeren Jobsuchenden unter 25 Jahren. Sie haben sich nach dem Schulende erst einmal arbeitslos gemeldet, aber auch ihre Lehre beendet und keinen Anschlussvertrag erhalten. "Das sind Facharbeiter." Ackerschott ist zuversichtlich, dass die in den nächsten Monaten eine neue Stelle finden werden. Sie sieht die Gefahr, dass diese in Solinger Betrieben gut ausgebildeten jungen Leute in den starken Nachbarstädten wie Köln und Düsseldorf eine neue Stelle finden und damit dem hiesigen Arbeitsmarkt verloren gehen würden. Fachkräfte würden in Zukunft gesucht und müssten dann teuer eingekauft werden, appelliert sie an die Unternehmen, den Nachwuchs nicht außer Acht zu lassen. 813 unter 25-Jährige sind derzeit arbeitslos gemeldet. Das sind 92 oder 12,8 Prozent mehr als vor einem Monat.
Immer mehr offene Stellen werden der Arbeitsagentur gemeldet. "Im Juli ist diese Zahl sogar auf 103 neue Stellen sprunghaft gestiegen", bilanzierte Ackerschott. 454 Arbeitsangebote liegen der Agentur an der Kamper Straße in Ohligs derzeit vor. Zuletzt im Juli des Hochkonjunkturjahres 2007 wurden mit 509 noch mehr Stellen angeboten.
"Viele Firmen trauen der Auftragslage aber noch nicht so ganz", schränkt sie ein. Zeitarbeitsangebote jedenfalls nehmen weiter zu. Doch auch dies wertet sie als ein Zeichen für die anspringende Konjunktur. Dazu gehört ebenso die abnehmende Kurzarbeit. Allerdings halten derzeit noch immer 297 Solinger Betriebe daran fest, 23 weniger als im Juni.
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