Solingen: Aus Spaß an der Arbeit
VON BETTINA VOLLMER - zuletzt aktualisiert: 07.12.2006Solingen (RPO). Sie helfen Kindern bei den Hausaufgaben und Älteren beim Einkauf, sie hören zu und erledigen Handwerksarbeiten – zahlreiche Ehrenamtler engagieren sich bei der Caritas. Elisabeth Schwarzer ist eine von ihnen.
„Arbeiten hat mir schon immer Spaß gemacht“, nennt die 68-jährige Elisabeth Schwarzer den schlichten Grund für ihre ehrenamtliche Tätigkeit beim Caritasverband. Sie war bis zu ihrer Pensionierung Verwaltungsangestellte der Caritas und ist nun seit drei Jahren in verschiedenen Bereichen des Wohlfahrtsverbandes aktiv. Zwei Mal wöchentlich liest sie Kindern im Offenen Ganztag an der Wiener Straße vor und hilft beim Lesenlernen. Einmal in der Woche arbeitet sie vier Stunden in der rechtlichen Betreuung, ihrer einstigen hauptamtlichen Arbeitsstelle. „Dort kann ich meine langjährige Erfahrung einbringen, und viele der Klienten freuen sich auch, ein bekanntes Gesicht zu sehen“, sagt sie mit einem offenen Lächeln. Außerdem vertritt sie die Caritas bei den Sitzungen des Seniorenbeirats.
Feierstunde mit den Ehrenamtlern
Bereits zum dritten Mal hat die Gemeindecaritas die mittlerweile 58 Ehrenamtler zu einer Feierstunde eingeladen. Ihr Fachberater Wendel Orner hat 2004 die Organisation der ehrenamtlichen Arbeit übernommen und freut sich seitdem über einen großen Zuwachs an Helfern. Drei Mal so viele Menschen wie zuvor unterstützen den Verband in verschiedenen Fachbereichen. Die Tätigkeiten reichen von der Hausaufgabenhilfe für Migranten über die Leitung von Selbsthilfegruppen, Krankenbesuche und Einkaufshilfe für die Pflegestation, Arbeit mit Kindern im Rahmen der Familienhilfe bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes. „Wer sich heute ehrenamtlich engagiert, möchte für eine überschaubare Zeitspanne eine Tätigkeit ausüben, die ihm auch etwas einbringt“, charakterisiert Orner den neuen Typus ehrenamtlich Tätiger.
Dazu gehört auch Elisabeth Schwarzer. Sie hat zunächst mit einem 400 Euro Job den Übergang in den Ruhestand abgefedert und hält nun über ihr ehrenamtliches Engagement den Kontakt zur Arbeitswelt, zu ihrem ehemaligen Arbeitgeber und zu der nachwachsenden Generation.
„Ehrenamtler sind eine wichtige und gleichberechtigte Ergänzung zu unserer hauptamtlichen Arbeit, unterstreicht der Geschäftsführer der Caritas, Dr. Christoph Humburg. Insgesamt 230 Wochenstunden leisten die Freiwilligen allein bei der Caritas, das mache etwa sechs Vollzeitstellen aus. Ein Schwerpunkt sei die Arbeit im Fachdienst Migration und Integration. Die Arbeit der Ehrenamtler, so betont er, sei aber zusätzlich und könnte sonst gar nicht angeboten werden. „Außerdem bringen Ehrenamtler noch einmal eine ganz andere Perspektive ein, können Emotionen auffangen und anders mit den Klienten sprechen, als den hauptamtlichen Mitarbeitern dies möglich ist“, unterstreicht er. Außerdem leisten ihre Erfahrungen, Sichtweisen sowie ihr berufliches Wissen und Können einen wichtigen Beitrag für die Arbeit des Verbandes.
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