Solingen: Ausgezeichnete Praxis-Idee
zuletzt aktualisiert: 06.12.2006Solingen (RPO). Teamarbeit fördert Erfindergeist. Übers freie Wochenende solle er sich mal etwas einfallen lassen – mit dieser Aufforderung hatten die Kollegen der Kanalbau-Abteilung der Entsorgungsbetriebe (EBS) Ludger Albers am Freitag-Nachmittag verabschiedet. Und am Montag ist der 48-jährige Kanalbau-Techniker tatsächlich mit einer Idee zurück gekommen. Sogar mit einer ausgezeichneten Erfindung, für die er jetzt einen bundesweiten Preis bekommen hat: den „Goldenen Kanaldeckel“. Die renommierte Auszeichnung für Mitarbeiter von Stadtentwässerungsbetrieben ist im NRW-Umweltministerium verliehen worden. Erstmals gehörte ein EBS-Mitarbeiter aus Solingen zu den Preisträgern. „Eine tolle Idee aus der Praxis“, beschreiben Betriebsleiter Siegfried Schulz und Manfred Müller von der Stadtentwässerung den Einfall, der nun in ganz Deutschland umgesetzt wird. Ludger Albers Verfahren zahlt sich vor allem für den Privatmann aus. Nur noch gut 100 Euro, ein Zehntel der früheren Kosten, sind jetzt vom Grundstückseigentümer für die Qualitätskontrolle eines in Stand gesetzten Abwasserrohres aufzuwenden. Der Trick: Mit einer kleinen Bohrmaschine wird eine Ein-Euro-Stück-große Probe aus dem Kunststoff-Reparaturstück im Kanalrohr heraus geschnitten, um es sogleich im Labor überprüfen zu können und noch während der Verarbeitung das optimale Ergebnis mit der größten Haltbarkeit heraus zu holen. Diese so genannten Inliner werden heutzutage in schadhafte Abwasserrohre eingeschoben. Dann braucht der Kanal nicht aufwändig und teuer frei gegraben zu werden. Auch dies spart dem Grundstückseigentümer Kosten.
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