Solingen: Bäder: mehr Gäste trotz Regen
VON UWE VETTER UND MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Solingen (RPO). Am Wochenende endet im Heidebad und im Ittertal die Saison. Zuletzt war wegen des Regens nicht mehr viel los. Trotzdem sind die Verantwortlichen mit insgesamt 71 000 Gästen zufrieden. Vor allem der Juni brummte.
Das waren Zeiten: 2003 stand die Stadt noch auf der Sonnenseite, zumindest was die Besucherzahlen im Heidebad anging: Knapp 73 000 Gäste zählte der Stadtdienst Sport und Freizeit im Supersommer vor sieben Jahren. Entsprechende Einnahmen für die schon damals klamme Stadtkasse waren die Folge. Gleichwohl, soviel steht jetzt schon fest: Die Saison 2010 kann da nicht mithalten. 37 000 Besucher strömten dieses Jahr in das Bad in der Ohligser Heide. Trotzdem war die Badesaison 2010 "ein gutes Jahr", wie Stadtsprecher Lutz Peters gestern betonte.
Im wahrsten Sinn erfrischend
Noch bis morgen hat das Heidebad geöffnet, dann werden die Tore geschlossen. Gestern Vormittag, bei nicht gerade warmen Außentemperaturen, traute sich aber nur ein Badegast ins im wahrsten Sinne des Wortes erfrischende Nass: Bei Wassertemperaturen von 17 bis 18 Grad konnte nicht unbedingt Badespaß aufkommen. Immerhin, mit den 37 000 Besuchern liegt das Heidebad gegenüber dem Vorjahr gar nicht so schlecht. Vor Jahresfrist wurden lediglich 29 000 gezählt, 2008 gar nur 23 000. Der Tiefpunkt war das gleichwohl auch noch nicht. Denn es gab zwei Jahre, in denen nicht mal die 20 000-Marke geknackt wurde: im "Sommer 2007", der sich auf den April beschränkte, zog es lediglich 14 727 Badegäste in die Heide, in der Saison 1988 gar nur 13 083.
Früher fünf Freibäder
Heide und Ittertal sind die beiden letzten Freibäder in Solingen. Die Bäder Aufderhöhe und Tränke schlossen in den 90ern, im Schellbergtal fiel mit dem Ende der Saison 2007 der Vorhang.
Es steht und fällt eben alles mit den Temperaturen. Und davon weiß auch Bernd Reinzhagen, Vorsitzender des Fördervereins Ittertal, ein Lied zu singen. Auch hier, im zweiten Solinger Freibad, endet am Sonntag die Saison. Eine Saison wohlgemerkt, die eigentlich schon gelaufen war, ehe sie richtig anfing. Mit rund 34 000 Gästen registrierte man in Wald zwar durchaus einen ansprechenden Besuch – im langjährigen Durchschnitt kommen nämlich nur 27 000 Wasserratten. "Aber eigentlich hätten wir zu Beginn der Sommerferien auch schon schließen können", schmunzelt Reinzhagen angesichts der ins Wasser gefallenen Monate Juli und August, wobei wenigstens das Volleyballfeld noch Gäste ins Bad lockte. Reinzhagen: "Einige Vereine haben regelmäßig bei uns trainiert."
Doch sei's drum – im Ittertal ist nach der Saison ohnehin vor der Saison. Schließlich kann man auch nach Sonntag weiter die Sportanlagen nutzten. "Bis der erste Schnee fällt", verspricht Bernd Reinzhagen. Und wenn das der Fall ist, dann geht es im Ittertal mit der Eisbahn nahtlos weiter. Hier werden – vor der Eröffnung im Spätherbst – nun noch die Banden erneuert. Und neue Schlittschuhe gibt's auch.
Die Verantwortlichen in Wald sind jedenfalls bester Dinge, dass sie auch zukünftig mit ihrem "Freizeit-Tal" nicht ins Rutschen geraten. Und in Konkurrenz zur Heide sieht man sich schon mal gar nicht. Im Gegenteil, die Walder hoffen, dass das Heidebad trotz der Pläne, es für immer zu schließen, in irgendeiner Form erhalten bleibt. "Denn gerade Familien und Kinder in Ohligs brauchen es", meint Bernd Reinzhagen.
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