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Solingen: Bahnhof Schaberg nicht abkoppeln

VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011

Solingen (RPO). Wegen der Sperrung der Müngstener Brücke ist die direkte Verbindung nach Remscheid seit langem und wohl auch noch für Wochen gekappt. "Warum aber fährt der ,Müngstener' nicht wenigstens bis zum Bahnhof Schaberg?" Die Menschen dort ärgern sich, derart abgekoppelt zu sein.

Auf den "Müngstener" aus Richtung Solingen-Mitte wartet man am Bahnhof Schaberg seit Monaten vergeblich.   Foto: RPO
Auf den "Müngstener" aus Richtung Solingen-Mitte wartet man am Bahnhof Schaberg seit Monaten vergeblich. Foto: RPO

Rolf Wirsel ist unmittelbar betroffen von der Sperrung der Müngstener Brücke. Der Schaberger ist abgekoppelt vom Zugverkehr. "Warum", fragt er mit ungläubigem Kopfschütteln, "kann der ,Müngstener' eigentlich nicht bis zum Bahnhof Schaberg fahren?" Für ihn ist es nicht einzusehen, dass der Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen den Bahnhöfen Solingen-Mitte und Güldenwerth in Remscheid greift. Schaberg wäre doch mit dem Zug sehr wohl weiterhin zu erreichen, betont er.

Nach seiner Überzeugung müsste die Bahn nach der langen Zeit der Brückensperrung, die ja auch im nächsten und übernächsten Jahr während der Sommer- und Herbstferien wegen weiterer Sanierungsarbeiten erfolgen soll, den Anschluss bis nach Schaberg ermöglichen. Das wäre doch im Sinne der Fahrgäste. Es reiche ja schon, den "Müngstener" lediglich stündlich bis zu dem Bahnhof kurz vor der Brücke durchfahren zu lassen, schlägt Rolf Wirsel vor.

Info

30 Millionen für Brücke

Die Deutsche Bahn will in den kommenden fünf Jahren 30 Millionen Euro in die Grundsanierung der Müngstener Brücke investieren. Schwerpunkt der Arbeiten sind die Erneuerung der ramponierten Brückenlager sowie ein "umfassender Korrosionsschutz".

Die Bahn geht davon aus, dass die 113 Jahre alte Brücke nach der Sanierung für weitere 25 bis 30 Jahre für den Personenverkehr nutzbar sein wird.

Der Großteil der Sanierungsarbeiten soll in den Jahren 2012 und 2013 erledigt werden. Für die Sommer- und Herbstferien sind bereits Baufenster eingerichtet, die Brücke würde in dieser Zeit wieder komplett gesperrt werden.

Mit seiner Ansicht steht er nicht allein. Auch andere Solinger plädieren für einen Anschluss des Schaberger Bahnhofs. Als Ärgernis erleben Pendler im Schienen-Ersatzbus, der während seiner Berg- und Talfahrt auf der kurvenreichen Strecke zwischen Solingen-Mitte nach Güldenwerth eine gefühlte halbe Stunde unterwegs ist, dass der Bahnhof Schaberg nur unzureichend angebunden wird. Tenor: "Man wirft uns an der Haltestelle ,Eick' raus, den Berg müssen wir zu Fuß hinauf laufen."

Für eine Solingerin kommt es sogar einem Witz gleich, die Haltestelle "Eick" vorzuverlegen: Die Verantwortlichen bei der Bahn hätten wohl nicht darüber nachgedacht, dass da auch Menschen wohnen, die zwei Kilometer gehen müssten, um die Krahenhöher Haltestelle zu erreichen. Bahnsprecher Udo Kampschulte sieht derzeit allerdings wenig Chancen, den "Müngstener" aus Richtung Ohligs bis Schaberg weiterfahren zu lassen. "Der Aufwand dafür wäre ziemlich hoch", betont er auf Anfrage unserer Zeitung. Ein Aufwand, der sich nach seinen Worten nicht lohnt, angesichts der geringen Zahl von Fahrgästen, die den abgelegenen Bahnhof Schaberg nutzen würden.

Problem ist aus Sicht der Bahn, dass es in Schaberg – anders als im Bahnhof Solingen-Mitte – keine Weichenverbindung gibt. Der Müngstener könnte hier für die Hin- und Rückfahrt also lediglich ein Gleis nutzen, erklärt Kampschulte. Die Regionalbahn dürfe dann nur mit geringerer Geschwindigkeit fahren. Zudem müssten aufwändige Fahrplanumstellungen vorgenommen werden.

Kampschultes Argument des geringen Fahrgastaufkommens in Schaberg, kann Anwohner Rolf Wirsel allerdings keineswegs nachvollziehen. Bei schönem Wetter und an Wochenenden würden zudem viele Wanderer den Bahnhof nutzen, auch, um den Müngstener Brückenpark zu erreichen. Der Schaberger empfiehlt der Bahn, dies bei den geplanten Brückensperrungen im nächsten und übernächsten Jahr, die ja im Sommer und im Herbst stattfinden sollen, in jedem Fall zu berücksichtigen. Eine Anregung, die Bahnsprecher Kampschulte aufnimmt: "Wir werden das überlegen", verspricht er den Bahnkunden.

Quelle: RP

 
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