Solingen: „Kartoffelkiste“ sorgt für Ärger
zuletzt aktualisiert: 07.06.2008Solingen (RPO). Die Kurfürstenstraße dominieren schön restaurierte Altbauten. Eine Vorzeigestraße in unmittelbarer Nähe zum neuen Rathauskomplex. Doch ein Holzverschlag in Höhe des Hauses Nummer 12, der fünf Müllcontainer beherbergt, „verschandelt“ das ansonsten gepflegte Erscheinungsbild der Straße. Anwohner beziehungsweise Nachbarn des Hauses sind entsprechend empört über diese „Kartoffelkiste“. „Wir sind entsetzt über diesen Schildbürgerstreich. Hier wurde eine sieben Quadratmeter große Grünfläche zubetoniert, das kann nicht der Ernst der Stadt sein“, erläuterte Beschwerdeführerin Gabriele Görtz in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte.
Stein des Anstoßes ist eine Sondernutzung des ehemaligen Vermögensbetriebes der Stadt Solingen (VBS), der den Bau eines Containerplatzes im Sommer des vergangenen Jahres dem Hauseigentümer genehmigt hatte. Offenbar fiel das Objekt aber zu groß aus. „Wir werden deshalb den Rückbau verlangen, zudem soll der Holzverschlag ein wenig nach hinten versetzt werden“, teilte Stephan Trunk vom Stadtdienst Ordnung mit. Komme der Eigentümer dieser „Anregung“ nicht freiwillig nach, werde man dies über eine Anordnung verfügen.
„Monstrum beseitigen“
Dass dies schnell vonstatten geht, das hofft Gabriele Görtz: „Wir warten bereits seit Monaten darauf, dass dieses Monstrum beseitigt wird, auf das wir jeden Tag schauen müssen.“ Andere würden ihre Mülltonnen in den Keller schleppen oder aber hinter dem Haus aufstellen.
Rückendeckung für das Anwohner-Ansinnen gibt jedenfalls die Bezirksvertretung Mitte. „Der Stadtdienst Ordnung wird schnell handeln, damit der Anblick an der Kurfürstenstraße besser wird“, hofft Bezirksvorsteherin Eva Nagy. Alles ausloten, „damit der Schandfleck wegkommt“, diese Erwartungshaltung hat auch Reiner Wolfertz von der FDP. Julia Freiwald (Grüne) versteht ohnehin nicht, warum die Verwaltung die vom VBS erteilte Sondernnutzung nicht einfach widerrufen könne.
Bei bloßen Erläuterungen beließ es die Bezirksvertretung nicht, sie sprach sich einstimmig dafür aus, dass der Holzverschlag verschwinden muss. Der Stadtdienst Ordnung solle entsprechend handeln, zumal nicht das gebaut worden sei, was der Vermögensbetrieb genehmigt hatte.
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