Solingen: „Schau nicht weg“ dehnt sich aus
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 27.09.2008Solingen (RPO). In 50 bis 60 Schaufenstern und an Türen klebt er schon, der rote Aufkleber der Aktion „Schau nicht weg“ und der Radius der Aktion wird stetig erweitert. So auch gestern, als die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte Vorspel zusammen mit Oberbürgermeister Franz Haug den Aufkleber mit dem wachsamen Auge an die Tür des Rathaus-Neubaus klebten.
Die Aktion der städtischen Jugendförderung und des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage soll Gewalt gegen Kinder und Jugendliche eindämmen. Denn dort, wo sie den Aufkleber sehen, können sie Schutz suchen, zum Beispiel vor gewalttätigen Mitschülern oder anderen älteren Jugendlichen. „Der Aufkleber ist vor allem in Einrichtungen und Geschäften nützlich, die an Schulwegen liegen, erläutert Patricia Stute, die sich in der Jugendförderung mit dem vorbeugenden Jugendschutz beschäftigt. Begonnen wurde in Ohligs, gefolgt von Wald, Central und der Solinger Innenstadt. Gestern war die Nordstadt an der Reihe.
„Wir waren schon im Fitness-Studio Temming und Mähler sowie im Laden ,Das gute Spielzeug’ und sind dort auf viel Verständnis für die Aktion gestoßen“, berichtetet Christa Giesen von der Kita Vorspel, die gestern mit sechs Kindern ins OB-Büro ins alte Rathaus gekommen war.
Die Kinder kommen nächstes Jahr zur Schule und werden im Kindergarten auf die Gefahren im Alltag vorbereitet. „In einem Bilderbuch ging es zunächst darum, dass sich ein Kind verlaufen hat“, berichtet Christa Giesen. Später sei dann auch die Situation erörtert worden, was ein Kind tun kann, wenn es sich bedroht fühlt. Und hier weist der „Schau nicht weg“-Aufkleber den Weg.
Oberbürgermeister Franz Haug, der Schirmherr der Aktion, findet das Engagement „ganz hervorragend“. In den Clemens-Galerien hatte er im vergangenen Jahr die Aktion mit Schulkindern geleitet, jetzt machte er sich mit den Fünfjährigen aus der Kindertagesstätte auf den Weg zum neuen Rathaus-Eingang am Rathausplatz. Und da prangt er seit gestern, der rote Aufkleber mit dem wachsamen schwarzen Auge, den immer mehr Solinger an ihre Türen und Schaufenster kleben.
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