Solingen: Bergische Kasse nimmt keinen Zuschlag
VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 14.04.2010Solingen (RPO). Die Bergische Krankenkasse mit Sitz an der Heresbachstraße in Solingen wird in diesem Jahr keinen Zusatzbeitrag von ihren rund 67 000 Versicherten erheben. Dies sei sicher, hat Vorstand Joachim Wichelhaus gestern vor der Presse betont. Er erwartet zudem, dass auch bis in das Jahr 2011 hinein kein Zusatzbeitrag erforderlich wird.
Eine verbindliche Aussage für das nächste Jahr kann nach seinen Worten aber erst im April 2010 getroffen werden, wenn die tatsächliche Höhe der Zahlungen aus dem Gesundheitsfonds für 2010 vorliegt. Die Bergische wie alle Krankenkassen hätten wegen der komplizierten Strukturen im Gesundheitswesen ein unsicheres Budget zu verwalten, beschreibt er das Prinzip der Finanzhaushalte, das zuweilen einem "Blindflug im Nebel" gleichkomme.
110 Millionen Euro hat die Bergische Krankenkasse im vergangenen Jahr aus dem Gesundheitsfonds erhalten. 111 Millionen Euro wurden in 2009 ausgegeben. Unterm Strich ist ein Überschuss von 1,2 Millionen Euro erwirtschaft worden. Dies werde an die Versicherten in Form von zusätzlichen Leistungen weiter gegeben. "Wir sind eine sehr gesunde Kasse mit überwiegend jungen Familien als Versicherte", zieht Wichelhaus Bilanz. Die Bergische ist zwar für Versicherte aus NRW und Hamburg geöffnet; "wir konzentrieren uns aber auf die Region".
Schwerpunkt der Versicherten ist denn auch das Städtedreieck mit Solingen, Remscheid und Wuppertal. "Wir sind die letzten Mohikaner", beschreibt er den Konzentrationsprozess bei den Kassen. Vor zehn, 15 Jahren habe es noch Dutzende Krankenkassen mit Hauptsitz im Bergischen Land gegeben. Davon sei seine Kasse sowie die Vaillant BKK in Remscheid mit der Konzentration auf den Sanitärbereich übrig geblieben.
Regionale Rolle
Wichelhaus fühlt sich wohl in der regionalen Rolle mit mehr als 16 000 Arbeitgebern, die hinter den rund 67 000 Versicherten stehen. "Die regionalen Krankenkassen sollen doch gestärkt werden", beschreibt er das bundespolitische Klima. Dazu gehört allerdings auch ein Defizit von 15 Milliarden Euro, dass dem deutschen Gesundheitswesen insgesamt im nächsten Jahr droht. Wichelhaus' Prognose: Er erwartet eine Erhöhung der Beitrage des Einheitsfonds für alle gesetzlichen Krankenkassen in 2011 von bis zu einem Prozent.
Der im vergangenen Jahr in Kraft getretene Fonds mit einem identischen Beitragssatz für alle von derzeit 14,9 Prozent vom Einkommen hat der Bergischen Kasse jedenfalls geschadet. Zuvor, als noch eigenständig kalkuliert werden konnte, sei mit günstigen Beiträgen gepunktet worden. Ergebnis: Von 1800 Versicherten 1997 schnellte die Zahl bis 2007 auf rund 76 000 Personen empor. Jetzt wird wieder eine Steigerung erwartet. Ziel ist, den Marktanteil in den nächsten fünf Jahren um ein Prozent zu erhöhen.
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