Solingen: Brandstifter muss nicht in Haft
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 15:06Solingen (RPO). Mit einer überraschenden Bewährungsstrafe von zwei Jahren endete am Dienstag vor dem Solinger Landgericht der Prozess gegen einen 23-Jährigen, der gestanden hatte, im Oktober 2009 das Haus des "Clubs Behinderter und ihrer Freunde" (CBF) an der Beethovenstraße angezündet zu haben.
Der bereits einschlägig vorbestrafte Mann hatte dort zuvor einige Monate als Ein-Euro-Jobber gearbeitet und sich nach eigenen Angaben mit einem Vorgesetzten überworfen.
Tatsächlich sahen aber weder die Staatsanwaltschaft, noch das Gericht in dem Täter einen so genannten Feuerteufel, von dem eine ständige Gefahr ausginge. Vielmehr, so das Urteil, habe der Mann in einer einmaligen Situation die Kontrolle über sich verloren und betrunken das Gebäude in Brand gesteckt. Er muss sich nun einer Alkoholtherapie unterziehen.
Sven Hiby, Geschäftsführer des CBF, zeigte sich in einer ersten Reaktion gegenüber unserer Redaktion verwundert über den Richterspruch. "Das ist schon blamabel", sagte Hiby, der mit einem Gesamtschaden von bis zu 800.000 Euro rechnet. Allein Abriss- und Wiederaufbauarbeiten verschlüngen rund 650.000 Euro. Zurzeit ist das Gebäude nicht nutzbar, der Fahrdienst des CBF geht aber weiter.
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