Solingen: Computerstick führt zu schwerem Streit in Firma
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 25.01.2012Solingen (RP). Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Mitarbeiter einer Solinger Firma, der auf einem Computerstick strafrechtlich relevantes Material gespeichert haben soll. Eine Kollegin hatte den Mann im vergangenen Jahr deshalb angezeigt. Doch nachdem der Mann zunächst von seinem Arbeitgeber suspendiert worden war, setzte ihn die Geschäftsführung später wieder auf seiner alten Stelle ein. Dem erteilte gestern auch der Betriebsrat der Firma im Rahmen eines Vergleichs vor dem Arbeitsgericht seine nachträgliche Zustimmung.
Die Arbeitnehmervertreter hatten die Rückversetzung des Mannes zunächst abgelehnt, da sie das Arbeitsklima nach dem Vorfall mit dem Computerstick für endgültig zerstört ansahen. Die Kollegin hatte den Stick mit dem vermeintlich strafbaren Inhalt im Bereich der Firma gefunden. Und an der Einschätzung, dass eine Zusammenarbeit des Mannes mit den anderen Kollegen nicht mehr möglich ist, hat sich vonseiten des Betriebsrates bis heute auch nichts geändert. Allerdings: Formaljuristisch sind in dem vorliegenden Fall die Bedingungen, die eine Ablehnung der Rückversetzung durch die Arbeitnehmerseite rechtfertigen würden, nicht erfüllt. Darum regte das Solinger Arbeitsgericht nun gestern besagten Vergleich an. Dieser umfasst jedoch nicht allein die Zustimmung des Betriebsrats, sondern darüber hinaus die Vereinbarung mit der Geschäftsleitung, in Zukunft eine andere Lösung zu finden.
Denn tatsächlich erscheint das Klima in der entsprechenden Abteilung nachhaltig vergiftet. Die Auseinandersetzungen gingen nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Mann so weit, dass eine Betriebsrätin in Zusammenhang mit dem Fall sogar eine Abmahnung erhielt. Gestern bestand die Arbeitnehmerseite zunächst darauf, diese Abmahnung müsse zurückgenommen werden, wenn es zu einem Vergleich kommen solle. Später nahm man davon aber Abstand und vereinbarte, über die Abmahnung werde gesondert entschieden. "Wir wollen wieder wie früher vernünftig miteinander umgehen", sagte der Geschäftsführer der Firma.
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