Solingen: Das richtige Stück zur richtigen Zeit
zuletzt aktualisiert: 25.08.2007Solingen (RPO). mit Profan-Regisseur Michael Tesch über den Erfolg der Endstation-Sehnsucht-Inszenierung.
In dieser Woche wurde die Wiederaufführung des Tennessee Williams Klassikers „Endstation Sehnsucht“ durch das Ensemble Profan erneut bejubelt. Was macht diesen Erfolg aus, warum liebt das Publikum das Stück, das nicht zur in Solingen sonst so beliebten leichten Kost gehört? Wir sprachen mit Profan-Regisseur Michael Tesch über die Inszenierung.
Wie sind die Vorstellungen gelaufen?
Tesch Auch die jetzigen Vorstellungen der ja mittlerweile bereits zweiten Wiederaufnahme von „Endstation Sehnsucht“ im Theater waren sehr gut besucht. Was zeigt, dass es immer noch ein großes Interesse gibt, diese Aufführung zu sehen. Deshalb hat sich das Kulturbüro auch entschlossen, die Dekorationen einzulagern und das Stück im kommenden Jahr erneut in den Spielplan aufzunehmen um weitere Vorstellungen anbieten zu können. Worüber wir uns natürlich sehr freuen.
Wie erklären sie sich diesen ungewöhnlichen Erfolg?
Tesch Ich bin selber ein wenig überrascht von dem außergewöhnlichen positiven Publikumszuspruch, den unsere Aufführung erfährt. Auch die anschließenden Reaktionen der Zuschauer sind durchweg positiv bis hin zur totalen Begeisterung. Wir bekommen zum Beispiel E-mails von Besuchern, die sich nicht nur für einen wunderbaren Theaterabend bedanken, sondern sich dafür entschuldigen, das Ensemble Profan erst jetzt mit dieser Inszenierung kennen gelernt zu haben. Ich denke, ein Grund für den Erfolg ist, dass „Endstation Sehnsucht“ einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort das richtige Stück ist. In der richtigen Besetzung, Inszenierung und Ausstattung. Zumal die Zuschauer das Stück in einer neuen Übersetzung erleben, die vielen Glättungen und Verfälschung früherer Ausgaben korrigiert und insgesamt so auch eine ganz neue, teilweise sogar andere Sicht auf das Stück erlaubt.
Welchen Anteil am Erfolg hat die Livemusik auf der Bühne gehabt?
Tesch Der Anteil der „Purple Sex Heads“ am Erfolg ist groß. Die Zusammenarbeit mit den drei Musikern hat sich für unser Ensemble als Glücksfall erwiesen. Und auch die gesamte Theatertechnik hat einen hervorragenden Job abgeliefert.
Stimmt es, dass in Solingen Boulevard-Theater den meisten Erfolg hat?
Tesch Nicht nur wir Theatermacher können eben das Publikum mit unseren Aufführungen, sondern auch das Publikum uns noch überraschen (lacht). Nein, „Endstation Sehnsucht“ ist wahrlich keine leichte Bühnenkost, sondern die völlig dem Text des Autors vertrauende Aufführung ist in ihrem Grundton eigentlich sehr leise, sehr konzentriert, ja schon fast unspektakulär, dafür aber emotional sehr dicht, ein wenig „noir“ und noch dazu in „Breitwand“, um mal zwei Begriffe aus dem Kino zu verwenden – und von gut dreieinhalb Stunden Dauer.
Was steht beim Ensemble Profan als nächstes auf dem Spielplan?
Tesch Als nächstes spielen wir „Die Präsidentinnen“, ein Drama des jung verstorbenen österreichischen Autors Werner Schwab. Premiere ist am 30. Oktober im Theater.
Annemarie Kister-Preuss stellte die Fragen
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