Solingen: Das Solinger Theater trotzt der Krise
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 31.10.2009Solingen (RPO). Hans Knopper wundert sich: Trotz der Krise kommen viele Menschen ins Theater. Vielleicht, so meint er, weil Theater auch etwas mit der Suche nach dem Sinn zu tun hat. Vielleicht aber auch, weil der Spielplan in den letzten Jahren mehr und mehr am Geschmack des Publikums orientiert wurde, und weil, so Knopper, "Ressourcen optimal genutzt werden".
Zum Beispiel wurde die Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Bühnen ausgebaut. "Die Wuppertaler haben sogar schon den Solinger Theaterchor eingebunden", freut sich Hans Knopper. So etwas bindet Publikum ans Haus und sorgt für Auslastungen zwischen 70 und 95 Prozent, die beide Solinger Eigenproduktionen verbuchen können. In diesem Jahr ist das die Oper Hoffmanns Erzählungen, die Igor Folwill mit der Musiktheaterabteilung der Kölner Hochschule auf die Bühne bringt und das Weihnachtsstück des Solinger Stadtensembles, "Eine Solinger Weihnachtsgeschichte" nach Charles Dickens. Vor allem das Kinderstück hat sich zu einem echten Publikumsrenner entwickelt, knapp 6400 Karten sind schon verkauft. Hans Knopper führt den Erfolg nicht zuletzt auf die Vor- und Nachbereitung in den Schulen zurück. Das Stadtensemble unter Michael Tesch kommt in die Schulklassen, die die Aufführung besuchen und diskutiert mit den Kindern. Daher wäre es nach Ansicht von Hans Knopper auch nur bedingt möglich, das Solinger Erfolgsstück nach Wuppertal oder Remscheid zu verkaufen.
Hilfreiche Fördervereine
Anders ist das bei den Inszenierungen von Professor Igor Folwill, dessen Produktionen in Solingen und Remscheid gezeigt werden. "Hoffmanns Erzählungen" werden im kommenden Jahr drei Mal in Solingen und zwei Mal in Remscheid zu sehen sein. Ein Verkauf nach Wuppertal ist nur bedingt möglich, meint Knopper. "Das Verhältnis zu Wuppertal ist ausgezeichnet, doch die Wuppertaler lassen sich ungern etwas von außen aufdrücken, man muss da sehr behutsam vorgehen", sagt der Kulturbüroleiter. Die Solinger Eigeninszenierungen können sich wie die Bergischen Symphoniker der Unterstützung eines Fördervereins sicher sein. "Wir haben zirka 85 Mitglieder und geben zu den Inszenierungen zwischen 1000 und 3000 Euro", sagt Gerda Gieseler vom Förderverein der Eigeninszenierung. Meist werde das Geld in die Ausstattung und die Kostüme gesteckt.
Während die Zukunft der Solinger Eigeninszenierungen auf einem relativ solidem Fundament steht, sind die 285 000 Euro Zuschüsse für die Symphoniker von der Bezirksregierung gedeckelt. Nötige Mehraufwendungen müssen wie berichtet durch Einsparungen an anderer Stelle aufgefangen werden, fordert der Regierungspräsident.
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