Solingen: Die andere Bergische
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 10.06.2008Solingen (RPO). Am Wochenende wurde in der Städtischen Galerie Remscheid der zweite Teil der 62. Bergische Kunstausstellung eröffnet. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten präsentieren sich einige der 14 Künstler hier in ganz anderem Licht.
Im Gegensatz zur Eröffnung der 62. Bergischen Kunstausstellung im Museum Baden war die Vernissage des zweiten Teils der traditionellen Kunstschau in der Städtischen Galerie der Stadt Remscheid enttäuschend schwach besucht. „Normalerweise hat zeitgenössische Kunst in Remscheid viele Freunde“, zeigte sich auch Bürgermeisterin Monika Hein ein wenig irritiert über die geringe Besucher-Resonanz – zumindest am Eröffnungsnachmittag.
So ist nur zu hoffen, dass die Ausstellung bis zum 3. August einen größeren Publikums-Zuspruch erfährt, ermöglicht doch der Besuch beider Teile der Bergischen – in Solingen und Remscheid – ein viel weiter gestecktes (Werk)Bild der 14 in diesem Jahr von der Jury ausgewählten Künstler. Denn da fast alle Beteiligten der diesjährigen Bergischen stark auf den Ausstellungsraum bezogen arbeiten, ist im Vergleich zu Solingen in der Städtischen Galerie Remscheid eine ganz andere Bergische zu erleben. Und das nicht nur auf Grund der Tatsache, dass jeder Künstler hier einen eigenen Raum bespielen kann.
Galerie Remscheid
Der Remscheider Teil der 62. Bergischen Kunstausstellung ist bis zum3. August in der Städtischen Galerie, Scharffstraße 7-9, zu sehen. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr.
Führungen werden am 22. Juni und am 3. August (jeweils um 15 Uhr) angeboten.
Einen Workshop für Kinder und Jugendliche gibt es am 21. Juni von 12 bis 16 Uhr.
So hat etwa Erika Hock, die in Solingen eine Bodenarbeit aus Latexschaumstoff und Hartputzgips zeigt, deren absichtlich zu stark gespannte Zurrgurte in das fragile Material hineinschneiden und es an den Rändern aufbrechen lassen, für ihren Raum in Remscheid einen ganz anderen Ansatz gewählt. Besonders Bildhauer haben hier nämlich mit dem grauen Filznadelboden zu kämpfen. Auch Hock hatte so ihre Probleme mit dem Belag und entschied sich für eine Arbeit, die fast schon einen ironischen Kommentar zu den räumlichen Gegebenheiten darstellt, wie es Professor Dr. Oliver Zybok, der Leiter der Remscheider Galerie, während der Eröffnung erklärte. Hock hat mit einem handelsüblichen schwarz-weiß karierten Kunststoff-Küchenbodenbelag eine Landschaft geformt und diese durch eine goldfarbene Wandmalerei ergänzt.
Probleme mit dem Boden hat sichtlich auch die Metallarbeit von Stefan Wissel, die auf dem Teppichboden wie ein versehentlich hier abgestellter Fremdkörper wirkt.
Wie man auch großformatige Malerei in den eher intimen Räumen der Galerie präsentieren kann, demonstriert André Niebur. Wie in Solingen holt der diesjährige Bergische Kunstpreisträger mit Hilfe einer einfachen Konstruktion aus Dachlatten seine Malerei auch in Remscheid wieder von den Wänden.
Intime Kabinette
Ideal sind die Räume in Remscheid für Jeannette Schnüttgen und Johannes Döring. Beide Künstler haben mit ihren Werken wunderbare Kabinette eingerichtet – Schnüttgen mit ihren Natur-Zeichnungen und Döring mit seinen Fotografien auf kleinen Gipsplättchen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



