Solingen: „Eidechse“ beim Casting
VON EVA-LOUISA LAMERZ - zuletzt aktualisiert: 14.04.2007Solingen (RPO). Ein einem Workshop mit der Choreografin Emily Welther wollen zehn Jugendliche beweisen, dass sie das Zeug haben, bei einem Stück des Spinatheaters mitzuspielen. Denn das ist harte Arbeit. Wer gut ist, wird genommen.
„Jetzt die Eidechse! Kriecht über den Boden auf die andere Seite des Raumes. Versucht möglichst viele Körperteile auf den Boden zu bringen, macht es für euch interessant. Stellt euch vor, ihr hättet Farbe am Körper und ihr wolltet den Boden bemalen.“ Das sind die Anweisungen der Choreografin Emily Welther. In dem großen hellen Raum, in dem das Spinatheater probt, ist eine Wand komplett verspiegelt, in einer Ecke stehen diverse altertümliche Sofas, im Hintergrund läuft die Musik der Red Hot Chili Peppers.
Seit Donnerstag nehmen zehn Jugendliche ab 13 Jahren an dem Casting-Workshop des Spinatheaters teil. „Das Ganze ist eigentlich kein Casting, sondern mehr ein Probieren. Die Jugendlichen werden an ihre Grenzen gestoßen, damit sie testen können, ob sie wirklich Interesse haben, bei so einem Stück mitzuspielen. Manche stellen sich das ganz einfach vor, aber das ist wirklich harte Arbeit“, erklärt Corinna Elling-Audersch. Sie gehört zum Vorstand des Spinatheaters. „Uns ist wichtig, dass die Jugendlichen aufgeschlossen sind. Sie müssen ihren Körper einsetzen können und etwas durch ihn ausdrücken wollen.“
Das Spinatheater
Seit 2003 hat das Spinatheater bereits drei Stücke inszeniert. Auf das Erstlingswerk „Haut, Liebe und... Spinat“ folgte im Jahr 2004 „Das Floß der Medusa“. Im März des vergangenen Jahres hatte das Stück „Schule Nr.1“ seine Uraufführung.
Ziel des Theaters ist die Förderung der Theaterkultur junger Menschen.
Unterstützt werden die zehn neuen Kandidaten von sieben Jungschauspielern, die sich schon im vorigen Stück des Theaters „Schule Nr. 1“ in Szene setzen konnten. Die Proben bestehen am Anfang hauptsächlich aus Improvisation, später werden auch Dinge wie Ausdruckstanz und Gesang eingeübt. Vier bis fünf Mal in der Woche werden die Bühnenkünstler für das Stück proben müssen, jede Probe dauert zwischen drei und sechs Stunden.
Choreografin und Tänzerin Emily Welther aus New York und Manfred Olek Witt, Regisseur und Schauspieler aus Berlin, leiten das Stück, das am 20. Juni Premiere im Stadttheater Solingen haben wird.
Nach einer ausgiebigen Recherche, zu der auch die jungen Schauspieler ihren Beitrag leisten müssen, fängt man an zu improvisieren. „Bis kurz vor der Aufführung steht das Stück noch nicht komplett fest. Wir müssen dann zusammen basteln und gucken, welche Szenen überhaupt integriert werden sollen und in welcher Reihenfolge wir sie präsentieren“, erläutert Elling-Audersch.
Bisher hat das Theater mit seinem Konzept große Erfolge erzielt. Vom 25. Mai bis 2. Juni ist die Truppe zum 28. Theatertreffen der Jugend in Berlin eingeladen. Aus 136 bundesweiten Bewerbungen wurde das Ensemble neben acht weiteren Gruppen ausgewählt, um ihre Arbeiten zu präsentieren und an Workshops teilzunehmen.
Das Casting endet morgen mit der Entscheidung. Elling-Audersch betont: „Wir sind flexibel. Wenn alle gut sind, nehmen wir alle.“
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