Solingen: Ein Leben für die Natur
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 19.06.2008Solingen (RPO). Der 77-jährige Ulrich Siewers wurde gestern für sein jahrzehntelanges Engagement für den Naturschutz mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet.
Ehrung
Mit dem Rheinlandtaler zeichnet der LVR Persönlichkeiten aus, die sich in besonderer Weise um die Kultur und Geschichte in der Region verdient gemacht haben. Die Entscheidung über die Ehrung trifft der Kulturausschuss der Landschaftsversammlung.
Ulrich Siewers wuchs auf einem Bauerhof in Höhscheid auf. Dies war der Grundstein für seine Naturverbundenheit und Tierliebe. „Es ging für mich schon immer darum, im Einklang mit der Natur zu leben und sie zu schützen“, betont der heute 77-Jährige. Gestern wurde für sein jahrzehntelanges Engagement für den Naturschutz in seiner Heimatstadt vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet.
„Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, auch wenn ich mein Engagement als eine Ehrensache ansehe“, sagt der Solinger bescheiden. An die Anfänge seiner Naturverbundenheit und sein besonderes Interesse für die Ornithologie erinnert sich Siewers genau. „Bereits mit zehn Jahren bekam ich ein Buch zur Vogelkunde geschenkt“, erzählt er, „mit Hilfe dessen konnte ich dann die Vögel Solingens selbst bestimmen.“
Die Begeisterung für Flora und Fauna war so groß, dass Ulrich Siewers sich für ein Studium der Biologie entschied. Ab 1953 studierte er in Köln und Marburg. Während dieser Zeit begann die intensive wissenschaftliche Arbeit des Solingers. „Einer meiner Professoren hat mein Interesse besonders gefördert“, so Siewers. Es folgten Studien über die Geburtshelferkröte in der Eifel und die Arbeit auf Helgoland als Vogelwart. „Ich fand es immer faszinierend, die Tiere zu beobachten und zu analysieren, wie ihr Brutverhalten und wie groß der Bestand ist.“ Diese Begeisterung wollte Ulrich Siewers weitergeben. Von 1961 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1992 arbeitete er als Biologielehrer am Gymnasium Schwerstraße. Unter anderem animierte er seine Schüler zum Bau von Nistkästen und beringte mit ihnen Vögel.
Bis zum vergangenen Jahr war der Pensionär stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Biologische Station Waldschule Solingen und entwickelte diese besonders in der Kinder- und Jugendarbeit maßgeblich weiter. Noch heute ist der Vater von drei Kindern und Großvater von sechs Enkelkindern, der seit 40 Jahren im Kirchenchor St. Michael singt und gerne fotografiert, besonders um den Schutz der heimischen Greifvögel bemüht. Als Kurator der Stiftung zum Schutz von Tier und Natur kümmert er sich momentan besonders um die flügge gewordenen Greifvögel und päppelt diese im Notfall wieder auf.
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