Solingen: Ein Leben mit Tieren
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 29.08.2008Solingen (RPO). Seit 15 Jahren betreiben Julia und Theo Höffken Ökolandwirtschaft auf Gut Hohenscheid. Die Produkte werden direkt im Hofladen verkauft. Morgen wird das kleine Jubiläum mit einem öffentlichen Hoffest gefeiert.
Gut Hohenscheid
Sortiment Aus der eigenen Herstellung stammen Gemüse, Salate und Kräuter sowie Gänse-, Hähnchen-, Schweine-, Ziegen- und Rinderfleisch. Hinzugekauft wird Naturkost-Obst, außerdem Trockenlebensmittel, verschiedene Milchprodukte, Brot, Käse, Säfte, Bier und Wein.
Frische Lieferungen Aus dem eigenen Anbau täglich; Brot dienstags, freitags und samstags; zugekauftes Biogemüse dienstags und freitags.
Aktionen Ein Mal pro Jahr – am letzten Oktoberwochenende – wird ein Kastanienfest gefeiert.
Öffnungszeiten dienstags 15 bis 18 Uhr, mittwochs 9 bis 12 Uhr, freitags 14 bis 18 Uhr (ab September auch 9 bis 12 Uhr), samstags 9 bis 14 Uhr.
Adresse Julia und Theo Höffken, Hohenscheid 1, Telefon 47823.
Als Rosi das erste Mal Nachwuchs bekommen hat, herrschte beinahe ein Starrummel um sie. Und auch jetzt ist sie noch eine Besonderheit. „Freilaufende Sauen sind hier in der Region außergewöhnlich“, erklärt Julia Höffken. Zusammen mit Eber Henry sorgt Rosi – die der Hausschweinrasse Angler Sattelschein angehört – dafür, dass das Fleischangebot im Biohof Gut Hohenscheid nicht ausgeht. „Rosi und Henry werden aber nicht geschlachtet“, versichert Julia Höffken.
Zusammen mit ihrem Mann Theo betreibt die 38-Jährige seit 15 Jahren einen Naturland-Hof. Neben einem Dutzend Schweine halten sie rund 20 Ziegen, 150 Hühner, 120 Hähnchen, 120 Gänse. Außerdem bauen sie Gemüse und Getreide an. Den Hof haben sie von Theo Höffkens Vater übernommen, der einst eine konventionelle Landwirtschaft mit 400 Mastschweinen und Getreide führte. „Dann sahen wir, dass ein konventioneller Betrieb keine Zukunft hat.“
In Baumschule kennen gelernt
Also entschied sich das Ehepaar für einen Neuanfang jenseits von chemischen Keulen und Mineraldünger. Ein zunächst mühsames Unterfangen, denn beide sind keine Landwirte. Kennen gelernt hatten sie sich in der Baumschule, in der sie eine Gärtnerlehre machte und er als ausgebildeter Baumschulmeister arbeitete. „Wir haben die Entscheidung für den Ökolandbau aber nie bereut“, sagt Julia Höffken. „Das hier ist komplett mein Leben, auch wenn man für viele andere Dinge jetzt keine Zeit mehr hat.“
Zum Beispiel zum Verreisen. „Dieses Jahr bin ich das erste Mal mit unseren beiden Kindern zwei Wochen weggefahren“, erzählt die gebürtige Langenbergerin. Ansonsten herrsche eine Sieben-Tage-Woche auf Gut Hohenscheid, das nicht weit vom ehemaligen Freibad Schellbergtal entfernt liegt. Die Arbeit ist aufgeteilt: Julia Höffken kümmert sich vornehmlich um den Hofladen – über den fast 70 Prozent ihrer Produkte verkauft werden – und die Ziegen, Theo Höffken um die übrigen Tiere und den Gemüseanbau. Das Schlachten und Wurstmachen übernehmen kleine Betriebe aus der Region. Jeden Samstag ist der Solinger außerdem in Monheim auf dem Markt vertreten. „Wir gehen mit viel Idealismus an die Sache heran“, sagt der 45-Jährige. Davon können sich auch Kleinkinder regelmäßig überzeugen. Denn seit drei Jahren hat sich eine Spielgruppe auf Gut Hohenscheid angesiedelt. „Die Kinder erleben den Hof richtig mit“, freut sich Julia Höffken. „Sie gehen zum Beispiel Schweine füttern oder holen Eier aus dem Hühnerstall.“
Einblicke für Jung und Alt bietet ebenfalls das Hoffest am morgigen Samstag. „Die Leute sollen sehen, was wir hier machen“, erklärt die 38-Jährige. Es gibt Grillwürstchen von eigenen Schweinen, eine Weinprobe, Schmiedevorführungen und Angebote für Kinder. Als Premiere kommt außerdem Ziegenfleisch auf den Grill. „Das Fleisch ist ganz zart und sehr lecker“, schwärmt Julia Höffken.
Hoffest Samstag, 30. August, 11 bis 18 Uhr; Hofführungen um 12 und 16 Uhr, Kräuterwanderungen um 13 und 14.30 Uhr, Gut Hohenscheid.
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