Solingen: Ein Lebensretter für den OTV
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 18.11.2010Solingen (RPO). Mit Unterstützung von zehn Sponsoren konnte jetzt in der Sporthalle des OTV am Ohligser Schützenplatz ein Defibrillator angeschafft werden. Alle 120 Übungsleiter sollen im Umgang mit dem lebensrettenden Gerät geschult werden.
Gut, dass es sich gestern in der OTV-Halle am Ohligser Schützenplatz nur um eine Trockenübung handelte. Denn bevor Michael Neuhaus von der Firma Philips die Übungsleiter in den Umgang mit dem neuen Defibrillator einweisen konnte, war das Gerät zunächst spurlos verschwunden. Soviel sei vorweggenommen: Gleich im Anschluss an die Demonstration des Geräts, mit dem Laien bei plötzlichem Herzstillstand Leben retten können, kam es ordnungsgemäß an seinen neuen Platz. Dort wartet es auf seinen Einsatz, der hoffentlich nie kommt.
120 Übungsleiter eingewiesen
Alle 120 Übungsleiter des Ohligser Turnvereins 1888 (OTV) und möglichst viele der knapp 9000 Mitglieder sollen in den nächsten Tagen über die Funktionsweise und den Aufbewahrungsort des sogenannten Automatisierten Externen Defibrillators (AED) informiert werden. Die Kosten für die Miete wurden durch eine Aktion von "defimed" (Lebensrettung durch Sponsoring) gedeckt – zehn Firmen beteiligten sich, indem sie eine Anzeige im neuen Schaukasten der OTV-Halle platzierten.
Im Oktober hatte der Sozialausschuss beschlossen, mehr Defibrillatoren im öffentlichen Raum zu installieren und damit eine Diskussion ausgelöst (wir berichteten). Mit dem Gerät in der Sporthalle in Ohligs ist nun ein weiteres hinzu gekommen, das vielen zugänglich ist. Außer für die Leiter der Herzsportgruppen – dort ist ein ähnliches Gerät seit sechs Jahren ständiger Begleiter – war der Umgang damit absolutes Neuland. Lediglich drei Tasten hat der Defibrillator: Nach dem Start mit der grünen erklärt eine Computerstimme jeden einzelnen Schritt. "Dabei passt sich das Gerät dem Tempo des Ersthelfers an", erläuterte Michael Neuhaus.
Auch das Aufbringen der Elektroden auf den Körper, um mit gezielten Stromstößen das lebensgefährliche Kammerflimmern zu beenden, wird genau beschrieben und zusätzlich noch auf den Elektroden skizziert. "Patient nicht berühren", schallte es aus dem Gerät, nachdem Neuhaus diese auf dem Modell angebracht hatte, während automatisch der Herzrhythmus überprüft wurde. "Schock empfohlen", lautete in diesem Fall das Ergebnis. Die orange Taste begann zu blinken, der Helfer musste vom Körper wegtreten und mit der Taste den Schock auslösen.
Verbale Unterstützung
Wer unsicher ist, wie Herzdruckmassage und Beatmung funktionieren, kann sich über die blaue Taste zusätzlich verbale Unterstützung holen. "Bei Erster Hilfe kann man nichts falsch machen", appellierte Neuhaus an die OTV-Kursleiter. Die waren zuversichtlich, nun mit dem Gerät umgehen zu können: "Also ich würde es hinbekommen", sagte der OTV-Vorsitzende Jörg Gebel.
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