Solingen: Eis schmilzt – Lösung greifbar
VON SUSANNE GENATH UND GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 26.02.2009Solingen (RPO). Für das insolvente Sport- und Kulturzentrum Ittertal zeichnet sich eine Lösung ab. Eisbahn und Planschanlage sollen unter der Regie des Trägervereins weiter geführt werden.
"Hilfe! Hilfe! Ohne Moos ist auch hier bald nix mehr los" – der mit roten Lettern auf weißem Bettlaken am Eingang zur Eisbahn im Ittertal aufgesprühte Hilferuf ist wohl nicht ohne Gehör geblieben. Angesichts der prekären finanzielle Lage scheint das sprichwörtliche Eis zu schmelzen.
Denn um die Zukunft des insolventen Sport- und Kulturzentrums Ittertals sieht es gut aus. In einem zweistündigen Gespräch mit dem Zentrum für Eingliederung in Arbeit (Arge) hatte Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver, Vorsitzender des im Dezember gegründeten Fördervereins, gestern besprochen, unter welchen Bedingungen sich die Beschäftigungsmaßnahme weiterführen lasse.
Das Konzept: Bis Ende April/Anfang Mai solle ein anderer diakonischer Träger das Sport- und Kulturzentrum unter den alten Bedingungen weiterführen. Danach würde über neue Bedingungen verhandelt. Klar ist: das Sport- und Kulturzentrum wird aus dem Paket heraus gelöst. Dort soll eine Beschäftigungsmaßnahme mit Arbeitsplätzen für 24 Menschen erhalten bleiben, die das Freizeitgelände instand hält und renoviert – und zwar unter der Regie des neuen Fördervereins, in dem sich unter anderem Mitglieder von Vereinen engagieren, die im Ittertal eine Heimat haben. Auch die Fachstelle der Diakonie für so genannte Ein-Euro-Jobber solle dort verbleiben. "Der Garten- und Landschaftsbau würde an den neuen Träger gehen", erklärt Müller-Stöver.
Am Samstag soll das Konzept im Vereinsvorstand abgesegnet werden. "Am Dienstag wollen wir es dann dem Verein vorlegen und darüber abstimmen lassen", berichtet der SPD-Politiker. Am Mittwoch sei ein Gespräch mit Mitarbeitervertretern geplant.
"Es liegen Lösungen auf dem Tisch", berichtete Horst Koss, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Jetzt ist offenbar der Insolvenzverwaltung am Zug, dem Zukunftskonzept zuzustimmen. Nach den Worten von Koss hat die Diakonie ihre Bereitschaft erklärt, dem vom Ittertal betreuten Bereich des offenen Ganztags an der Comeniusschule zu übernehmen. Das gilt auch für den Teilbereich der Integrationsjobs mit 40 Stellen für die so genannten Ein-Euro-Jobber. Hier sei die Diakonie ja bereits eingebunden, unterstrich der Diakoniegeschäftsführer.
"Es ist fünf nach Zwölf" – unter diesem Motto wollen Ittertal-Beschäftigte am heutigen Donnerstag einen offenen Brief an Stadtkämmerer Ralf Weeke und an den persönlichen Referenten des Oberbürgermeisters, Jochen Welp, übergeben. Die Mitarbeiter erhoffen sich dadurch auch die Unterstützung von OB Franz Haug. Bis zum vergangenen Jahr hat die Stadt das Ittertal mit jährlich 120 000 Euro bezuschusst. Im Sport- und Kulturzentrum Ittertal betreuen 20 feste Mitarbeiter 70 Langzeitarbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen.
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