Solingen: Entwicklungshilfe in Peru
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 21.06.2008Solingen (RPO). Im August geht es los: Stephan Mertens, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Vogelsang, geht im Rahmen seines Sabbatjahres für drei Monate nach Peru, um Entwicklungsarbeit zu leisten.
Perukreis
Der Peru-Arbeitskreis wurde vor 20 Jahren von Mitgliedern verschiedener Gruppen der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens als Ausschuss des Pfarrgemeinderates gegründet. Zahlreiche Projekte für Jung und Alt sind während dieser Jahre ins Leben gerufen worden
Stephan Mertens wird eine solare Warmwasseranlage bauen. 20 000 Euro stehen diesmal zur Verfügung. Mertens schreibt während seines Aufenthaltes ein Internet-Reisetagebuch, zu sehen unter:
Nur noch wenige Tage sind es bis zu den Sommerferien. Jedoch folgen für Stephan Mertens, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Vogelsang, nicht sechs Wochen Ferien. Im Rahmen seines im August beginnenden Sabbatjahres wird Mertens erst in zwölf Monaten wieder in den Schuldienst eintreten. „Der Gedanke eines Sabbatjahres beschäftigt mich schon lange“, sagt der 53-Jährige. Vor vier Jahren fiel dann die Entscheidung, ein Jahr nicht als Pädagoge zu arbeiten. Diese Vorlaufzeit ist nötig, denn Stephan Mertens arbeitete während dieser Zeit voll, erhielt aber nur 80 Prozent seines Gehaltes. „Dieser dabei angesparte Betrag ermöglicht es mir nur, das Sabbatjahr über volle Bezüge zu erhalten und weiterhin fest angestellt zu sein, um den Versicherungsschutz zu erhalten“, erklärt der Mathe- und Physiklehrer.
Sein Sabbatjahr möchte der gläubige Christ nicht nur für sich nutzen. Seit 20 Jahren, also seit der Gründung, ist Mertens Mitglied des Perukreises der katholischen Kirchengemeinde St. Clemens. Wie bereits einige Gemeindemitglieder, darunter auch Pfarrer Gerd Breidenbach, war auch Stephan Mertens schon einmal zu Gast in Peru. 1994 reiste er für fünf Wochen nach Südamerika und war beeindruckt. „Ich habe gelernt, dass Menschen auch mit wenig glücklich sein können und möchte etwas von den Glück, das ich dort erfahren habe, zurückgeben“, berichtet er. Schon lange wünschte sich der Lehrer, wieder in Peru zu Gast zu sein, jedoch war ein längerer Aufenthalt nie möglich. Am 6. August wird er ab Hamburg mit einem Containerschiff nach Callao bei Lima fahren. Anschließend reist er in das Partnerbistum Huamachuco. Hier unterhält der Arbeitskreis Peru ein Altenheim.
„Ich werde helfen, eine Solaranlage zu installieren“, sagt Stephan Mertens. Anschließend möchte der Solinger dann die südamerikanische Küste bereisen. Die Reise nach Peru unternimmt er aus christlicher Nächstenliebe. „Ich wurde im christlichen Glauben erzogen und schon meine Eltern engagierten sich in der Gemeinde St. Clemens.“ Aber das Sabbatjahr, das laut der Tora ein Ruhejahr für das Ackerland ist, soll auch eine Reise zu sich selbst sein. „Meine Kinder sind erwachsen und natürlich findet dann eine Umbruchphase im Leben statt“, meint Mertens, „ich möchte auf dieser Reise intensiv über mich und meinen Glauben nachdenken.“
Wann er zurück sein wird, weiß Stephan Mertens noch nicht: „Eigentlich wollte ich zu Weihnachten wieder in Solingen sein, aber ich habe beschlossen, die Dinge auf mich zukommen zu lassen.“
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