Solingen: Erfolg für NPD-Gegner
VON MARTIN SCHLUPP - zuletzt aktualisiert: 19.11.2007Solingen (RPO). Die Gewerkschaften waren da, Vertreter der Kirchen, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, die SPD, die Linke, die Grünen und viele Solinger Bürger auch. Nur der Grund für die Gegendemonstration am frostigen Samstagmorgen, der blieb wieder mal fern: Die Solinger NPD. Dabei hatte sie noch im Voraus darauf gedrängt, die Polizei möge dafür sorgen, dass die Gegendemonstranten den Infostand weniger stark belagern, als vor einigen Wochen in Wald und Ohligs. Doch schon auf schriftliche Nachfrage der Polizei habe sich die NPD nicht zurückgemeldet, berichtete Maik Brückmann von der Polizei.
Da der Infostand der rechten Partei aber behördlich angemeldet war, kamen nicht nur die rund 150 Gegendemonstranten, sondern auch das polizeiliche Aufgebot. „Eine Steuerverschwendung“, findet Ingrid Keusen, die gegen die NPD demonstrieren wollte. „Aber natürlich ist es toll, dass sie nicht gekommen sind.“
Als Erfolg für das Bündnis gegen Rechts möchte auch Hans-Werner Bertl (SPD) das Fernbleiben der Partei verbuchen. „Es ist eine phantastische Geschichte, dass so viele Menschen gegen die NPD Flagge zeigen“, verkündete er mit einem gewissen Triumph in der Stimme. „Dass die NPD nicht erscheint, zeigt doch nur ihre Unfähigkeit.“
Die Unfähigkeit, sich mit einer breiten Opposition zu konfrontieren, und die Unfähigkeit, den Solingern zu erklären, wofür die NPD steht und warum sie sich in der Klingenstadt überhaupt gegründet hat. Wer glaubt, das Nichterscheinen sei taktisches Kalkül der NPD, die darauf setze, die Gegner könnten irgendwann die Lust am Demonstrieren verlieren, der habe sich getäuscht: „Wir werden jedes Mal wieder demonstrieren, wenn die NPD ihr Kommen ankündigt“, warnte Bertl in Richtung NPD. „Das taktische Kalkül liegt also bei uns.“
Dass das Bündnis gegen die Rechten noch breiter wird, ist nicht nur ein Wunsch von Bertl. Er habe Signale aus den Reihen der CDU, die sich bislang am Protest nicht beteiligte, dass auch sie künftig bei Demonstrationen gegen die NPD präsent sein möchte.
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