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Solingen: Etwas in der Stadt verändern

VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 28.04.2009

Solingen (RPO). Abstimmen und mitentscheiden – unter dieser Devise starteten gestern die Wahlen zum Jugendstadtrat. Auch in der Theodor-Heuss-Realschule wird gewählt. Tenor: "Schön, dass in Solingen Jugendliche etwas zu sagen haben."

An der Theodor-Heuss-Realschule sind die Schülersprecher Fadoua Bolakhrif und Gwendolyn Bürgel (v. l.) als Wahlhelferinnen im Einsatz, während Volkan Kartal (r.) seine Stimme für den Jugenstadtrat abgibt.  Foto: RPO
An der Theodor-Heuss-Realschule sind die Schülersprecher Fadoua Bolakhrif und Gwendolyn Bürgel (v. l.) als Wahlhelferinnen im Einsatz, während Volkan Kartal (r.) seine Stimme für den Jugenstadtrat abgibt. Foto: RPO

Gewissenhaft nimmt Max Löhndorf den grünen Wahlzettel entgegen, begibt sich hinter die Sichtschutztafeln und vergewissert sich noch einmal: Reicht ein Häckchen oder müsste er ein Kreuz machen? Stefan Demren antwortet dem Schüler aus der Klasse 8a sogleich: "Deine Wählerstimme muss klar und deutlich zu erkennen sein." Beides, Häckchen oder Kreuz, wäre also möglich.

Fragen zum ordnungsgemäßen Ablauf der Jugendstadtratswahl stellen die Schüler der Theodor-Heuss-Realschule dem Politiklehrer immer wieder. Alle wollen, dass ihre Stimme mitgezählt wird; und bei einem ungültigen Wahlzettel wäre dies eben nicht der Fall.

"Toll, dass Schüler die Gelegenheit haben, sich aktiv einzumischen", sagt Demren über die Jugendstadtratswahl, die gestern in den Schulen gestartet ist. Er ist auch Vertrauenslehrer und organisiert den Urnengang. Der Ablauf unterscheidet sich nicht von Europa-, Bundestags oder der Kommunalwahl. Max Löhndorf faltet seinen Stimmzettel sorgfältig, steckt ihn in den Schlitz der mit einem Schloss versperrten hölzernen Wahlurne.

Info

7. Jugendstadtrat

94 Jugendliche kandidieren zum 7. Solinger Jugendstadtrat. Gewählt wird noch bis Donnerstag, 30. April, in allen weiterführenden Solinger Schulen. Jeder Jugendliche, der am 27. April mindestens 14 Jahre und noch nicht 18 Jahre alt ist, kann seine Stimme abgeben.

Für Jugendliche, die nicht in Solingen zur Schule gehen, wird ein Wahllokal in den Räumen der Jugendförderung der Stadt an der Burgstraße 101 eingerichtet.

Hier kann morgen, Mittwoch, von 16 bis 18 Uhr gewählt werden. Dazu muss ein Ausweis mit Bild mitgebracht werden. Ein Schülerausweis reicht nicht aus.

Die Schulbibliothek an der Felder Straße ist zum Wahllokal geworden. Neben dem Vertrauenslehrer Demren am Tisch sitzen die Schülersprecher Fadoua Bolakhrif und Gwendolyn Bürgel als Wahlhelfer. Sie kontrollieren, damit alles richtig abläuft.

"Der Jugendstadtrat hat schon viel erreicht", sagen die Zehnt- beziehungsweise Neuntklässlerinnen. Politik ist wichtig, sind sie überzeugt. Deshalb sei eine hohe Wahlbeteiligung erforderlich. Vor zwei Jahren zuletzt hatte diese stadtweit bei rund 65 Prozent gelegen. Gewählt wurden damals 13 Mädchen und acht Jungen.

Sophia Kasulke will ebenfalls etwas in der Stadt verändern. Deshalb stellt sich die Theodor-Heuss-Realschülerin der Klasse 8a diesmal mit 93 weiteren Kandidaten zur Wahl. "Schön, dass in Solingen Jugendliche etwas zu sagen haben", erklärt die 14-Jährige selbstbewusst. Bei Georgia Höttges, Marcel Bauch und den anderen Mitschülern aus ihrer Klasse hat Sophia Kasulke naturgemäß einen Symphatie-Vorteil. Ob der aber ausreicht, einen der begehrten Plätze im Jugendstadtrat zu erreichen, muss sich zeigen. Noch drei Tage wird in den Schulen gewählt.

Politiklehrer Demren freut sich, dass gleich fünf Schüler der Heuss-Realschule kandidieren. Seine Beobachtung: Wer sich im Jugendstadtrat aktiv einbringe, profitiere davon persönlich außerordentlich.

Nachtexpress, Rollhaus, Musikfest – der Lehrer verweist auf die Erfolge des Jugendstadtrats. Er gibt aber auch zu bedenken, dass es in der Politik mitunter lange dauern kann, bis sich Anliegen realisieren lassen.

Für Schüler ist das eine schwierige Erfahrung. "Wenn Jugendliche eine Idee haben, möchten sie doch am liebsten, dass dies nächste Woche schon umgesetzt wird", berichtet Stefan Demren.

Quelle: RP

 
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