Solingen: Familiäre Atmosphäre
VON MICHAEL TESCH - zuletzt aktualisiert: 19.05.2007Solingen (RPO). Noch bis einschließlich Sonntag läuft im Humboldtgymnasium der 20. Jazz-Workshop. 81 Teilnehmer werden in diesem Jahr von zehn Dozenten nicht nur in die Welt des Jazz eingeführt – auch Pop, Rock und Klassik sind Themen.
Zu Beginn des Unterrichts im Klassenraum 26 des Humboldtgymnasiums erklärte Dozent Marius Pietruska den anwesenden Klavierschülern Überraschendes: „Man kann im Jazz alles machen, es geht wirklich alles – auch ein paar falsche Töne.“ Falsche Töne? Ja, so der bekannte Solinger Jazzmusiker und Klavierlehrer, es sei nur die Frage, wie man als Musiker mit diesen falschen Tönen umgehen würde.
Damit jeder der neun Teilnehmer in der Klavierklasse des 20. Jazz-Workshops diese Behauptung auch nachvollziehen konnte, ließ Pietruszka am Flügel den Beweis in der Praxis gleich folgen. Wobei die Teilnehmer, darunter mit dem 60-jährigen Solinger Rolf Schmitz auch der ältester Teilnehmer der diesjährigen Veranstaltung, ihren Dozenten bei seiner Demonstration natürlich nicht nur über die Schulter, sondern ganz genau auch auf die flinken Finger schauten.
Abschlusskonzert
Auch der 20. Jazz-Workshop wird wieder mit einem öffentlichen Konzert zu Ende gehen, in dem die eigens hierfür zusammengestellten Combos ihre einstudierten Stücke präsentieren werden. Das Konzert beginnt am morgigen Sonntag um 18 Uhr auf der Bühne des pädagogischen Zentrums im Humboldtgymnasiums. Der Eintritt ist frei.
Insgesamt 81 Teilnehmer hatten sich für die unterschiedlichen Instrumenten-Klassen des Jazz-Workshops 2007 angemeldet, der auch in diesem Jahr wieder als Kooperation von Humboldtgymnasium, Fördergemeinschaft Jazz-Impuls und dem Solinger Kulturbüro veranstaltet wird. Erneut richtet sich der Workshop an Musiker aus den Bereichen Jazz, Rock, Pop und Klassik, die die Jazz- und Popularmusik kennenlernen oder bereits vorhandene Kenntnisse erweitern und vertiefen wollen. Unterrichtet werden die Teilnehmer im Alter zwischen acht (der Trompeter Cornelius Daun) und 60 Jahren bis einschließlich morgen von zehn Dozenten, die allesamt seit Jahren schon beim Jazz-Workshop tätig sind.
Die größten Klassen stellen diesmal die Saxophonisten mit 16 Teilnehmern (George Tjong-Ayong und Achim Schröter sind die Dozenten) und die Gesangsklasse von Katarzyna Bortnik mit 13 Teilnehmern. „Weil des Interesse an der Gesangsklasse so groß war, mussten wir Absagen erteilen“, erklärt Bärbel Boes vom Kulturbüro, bei der – unterstützt von Gerd Hoffmann (Künstlerische Leitung) und Karl-Wilhelm Voss – wieder alle Fäden zusammenlaufen. Absagen musste Boes in diesem Jahr auch zwei ganze Klassen. „Für die Instrumente Tuba und Posaune gab es zu wenig Anmeldungen, da haben wir diese beiden Klassen gestrichen.“
Das Besondere am Solinger Jazz-Workshop aber ist mit Sicherheit wieder die einzigartig familiäre Atmosphäre. Man kennt sich, schätzt sich, musiziert gerne miteinander – was nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Dozenten gilt. „Es ist fast schon wie bei einem großen Klassentreffen, auf das man sich das ganze Jahr über schon freut“, erzählt Bärbel Boes.
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