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Solingen: Feuer in Behindertenclub

VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 08.10.2009

Solingen (RPO). Die Räume des "Clubs Behinderter und ihrer Freunde" sind durch einen Brand zerstört worden. Ein 23-jähriger ehemaliger Mitarbeiter soll das Feuer gelegt haben. Der Fahrdienst, den der Club anbietet, läuft jedoch weiter.

Brandstiftung ist laut Polizei vermutlich der Grund für ein Feuer, das in der Nacht zu gestern die Räume eines Behindertenfahrdienstes an der Beethovenstraße verwüstet hat. Hohe Flammen schlugen gegen 4 Uhr aus den Fenstern des "Clubs Behinderter und ihrer Freunde" (CBF).

Ein Büroraum brannte völlig aus. "Wir mussten sogar die Zwischendecke öffnen, weil sich das Feuer auch darin ausgebreitet hatte", berichtete Feuerwehr-Sprecher Michael Stachelhausen. Zwar habe man die Flammen relativ schnell löschen können. "Aber durch den Ruß ist das ganze Gebäude nicht mehr benutzbar."

Auf rund 100 000 Euro schätzt die Polizei den Schaden. Die Beamten haben nach eigenen Angaben in einer nahe gelegenen Telefonzelle einen 23-jährigen Tatverdächtigen festgenommen, der ihnen bereits wegen anderer Delikte bekannt sei. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich dabei um einen ehemaligen Beschäftigten des CBF, der als Ein-Euro-Jobber dort längere Zeit tätig war.

Info

Fahrdienst

Seit 1991 ist der "Club Behinderter und ihrer Freunde" (Telefon 17086) in dem rund 600 Quadratmeter großen Haus an der Beethovenstraße 238. "In dem Gebäude war früher eine Waage", berichtet Geschäftsführer Sven Hiby.

Er ist einer von vier hauptamtlich Tätigen in dem Verein, der für den Behindertenfahrdienst städtische Zuschüsse erhält. Zehn fest angestellte Fahrer, acht Zivildienstleistende und 15 Ein-Euro-Jobber als Begleitung sind bei den Fahrten im Einsatz.

Zwölf Fahrzeuge stehen für die 1400 Kunden zur Verfügung. Etwa 160 aktive Mitglieder zählt der Verein.

Traurig für die Mitarbeiter

Besonders traurig für die Mitarbeiter: "Wir hatten das Gebäude in Eigenarbeit gerade frisch renoviert", berichtet Sven Hiby (45), Geschäftsführer des Vereins. Die Deckenplatten seien erst vor einer Woche eingesetzt worden, die Fenster vor einem halben Jahr. Gestern habe man noch das letzte Stück Fußboden legen wollen. "Durch das Feuer sind jahrelange ehrenamtliche Renovierungsarbeiten für die Katz'. Der Schaden trifft eine gemeinnützige Einrichtung, die mit jedem Euro kalkulieren muss."

Glück im Unglück: Es wurde niemand verletzt. Und dank Hilfe von außen könne man den Behindertenfahrdienst weiter aufrecht erhalten. "Einige Autos sind zwar beschädigt worden, aber noch einsatzbereit", erklärt Leo von den Steinen (29), der stellvertretende Geschäftsführer.

Zwei Computer habe man mit Hilfe der Feuerwehr retten können, so dass die Kundendaten nicht verloren gegangen seien. "Wir führen täglich 300, zum Teil lebenswichtige Fahrten durch, zum Beispiel zur Dialyse." Spontan sei deshalb die nahe gelegene Autoservice-Firma Margagliotta an der Beethovenstraße eingesprungen und habe dem Verein ein komplettes Büro zur Verfügung gestellt, über das der CBF nun seine Fahrten weiter organisieren kann. "Dafür sind wir sehr dankbar", sagt Hiby.

Er rechnet damit, dass die Behebung der Brandschäden bis zum nächsten Frühjahr dauert. "Bis dahin können sich hier leider keine Seniorengruppen und Vereine mehr treffen", bedauert der Geschäftsführer.

Betroffen seien unter anderem der Hausfrauen-Bund, die Tanzgruppe Crossing Swords und die Weight-Watchers. "Falls jemand einen größeren Raum oder eine Halle hat, die er den Gruppen vorübergehend zur Verfügung stellen könnte, wäre es toll, wenn er sich bei uns meldet."

Quelle: RP

 
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