Solingen: Finanzämter fusionieren
VON UWE VETTER - zuletzt aktualisiert: 10.02.2007Solingen (RPO). Die Behörden an der Goerdelerstraße (Ost) und am Merscheider Busch (West) werden unter einem Dach zusammengelegt. Zeitpunkt und Standort eines neu zu bauenden Finanzamtes stehen noch aus.
Ausbildung
Die Finanzämter suchen nach wie vor händeringend Nachwuchs. Für Sommer dieses Jahres werden vier Ausbildungsplätze – je zwei in Ost und West – für das Studium zum Diplom-Finanzwirt angeboten. „Studieren bei gleichzeitiger guter Bezahlung“, wirbt Finanzamtsvorsteher Georg Schmidt für den qualifizierten Ausbildungsgang. Informationen rund um die Ausbildung gibt es beim Tag der offenenTtür am 23. Februar.
„Die Fusion steht fest – nur wann und an welchem Standort noch nicht“: Die Vorsteher der Finanzämter Ost und West, Claudia Melchert und Georg Schmidt, bestätigen gestern, was schon lange Jahre vermutet wurde. „Jedes der beiden Finanzämter in Solingen für sich ist zu klein, es kommt nun zu einer Fusion unter einem Dach“, erklärte Schmidt. Die Gebäude an der Goerdelerstraße in der Stadtmitte und am Merscheider Busch (früher Firma Blasberg) können das dann entstehende „mittelgroße“ Finanzamt Solingen mit einer Personalstärke von 240 bis 250 Mitarbeitern indes nicht aufnehmen. Zudem seien die Gebäude in die Jahre gekommen „und nicht mehr gut in Schuss“, weiß Claudia Melchert. „Es läuft auf einen Neubau heraus, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW hat hier die Federführung“, erklärt Georg Schmidt. „Von der Zusammenlegung von Finanzämtern ist nicht nur Solingen betroffen, das geschieht auch in anderen Großstädten in NRW“, sagen Melchert und Schmidt. Beide halten die Fusion jedoch für „sinnvoll“.
Steuereinnahmen gestiegen
Im Finanzamt Ost sind derzeit 136 Mitarbeiter beschäftigt, hinzu kommen zwölf Auszubildende. In West gibt es 126 Beschäftigte und sechs Auszubildende. Und die Steuereinnahmen in beiden Ämtern wuchsen im vergangenen Jahr kräftig: in Ost von 241 auf 272 Millionen Euro; in West von 273 auf 286 Millionen Euro. „Die Wirtschaft brummt, die Konjunktur ist in Solingen angekommen“, sagt Georg Schmidt. Zuwächse habe es sowohl bei der Lohn- und Einkommensteuer als auch bei Körperschafts- und Umsatzsteuer gegeben. Obwohl der Zeitpunkt der Fusion beider Ämter noch in den Sternen steht, arbeiten die Mitarbeiter beider Ämter unvermindert zielstrebig weiter.
Und wollen zurzeit vor allem die elektronische Steuererklärung „Elster“ weiter vorantreiben. „Leider machen von dem viel beworbenen Kind noch zu wenige Steuerbürger Gebrauch“, meinen Schmidt und Melchert. Höchstens 18 bis 20 Prozent der insgesamt rund 65 000 Solinger Steuerpflichtigen. „Wir streben natürlich die papierlose Erklärung an, das erleichtert nicht nur den Mitarbeitern der Finanzämter, sondern auch den Steuerpflichtigen die Arbeit“,wissen die Finanzamts-Vorsteher.
„Elster“ soll deshalb beim Tag der offenen Tür am Freitag, 23. Februar, in der zeit von 8 bis 18 Uhr gezielt beworben werden. Ebenso vorgestellt werden an diesem Tag neue Vordrucke für all jene Steuerpflichtige, die „Elster“ nicht nutzen. „Natürlich sind auch Existenzgründer und Rentner willkommen, die allgemeine steuerrechtliche Fragen haben“, sagen Melchert und Schmidt.
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