Solingen: Frau starb an Schweinegrippe
VON ANDREA RÖHRIG UND MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009Solingen (RPO). Den Folgen der neuen Grippe erlag gestern eine 32-Jährige im Solinger Klinikum. Sie litt nach Angaben der Stadt an einer gravierenden Vorerkrankung. In den vergangenen Tagen war die Impfbereitschaft zurückgegangen.
Zwei Impftermine
Bei der städtischen Impfstelle im Gebäude Zweibrücker Straße 7 in Ohligs wird nach derzeitigem Plan heute, Mittwoch, von 14 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 13 Uhr geimpft.
Weitere Informationen über die Schweinegrippe gibt es auf
beklagt den ersten Todesfall an der so genannten Schweinegrippe. Gestern starb im Klinikum eine 32-Jährige an den Folgen der Infektion. Laut Stadt litt sie an einer gravierenden Vorerkrankung. Nach Informationen unserer Zeitung war die Frau aus einer auswärtigen Einrichtung vor gut einer Woche ins Klinikum mit entsprechenden Grippe-Symptomen eingeliefert worden. Sie wies erhebliche gesundheitliche Einschränkungen auf. Weder die Gabe von Tamiflu noch andere medizinische Maßnahmen hätten bei ihr angeschlagen. Innerhalb kurzer Zeit habe sich ihr Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert.
Schlechter Gesundheitszustand
Auch in der St Lukas Klinik war vor einigen Wochen ein Patient mit einem schweren Verlauf der Infektion behandelt worden, berichtete Kplus-Sprecherin Katrin Schwirblatt gestern auf Anfrage: Dieser sei – wie die gestern verstorbene 32-Jährige – in einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand gewesen. Aufgrund einer anderen Erkrankung sei er in eine andere Klinik überwiesen worden; die Schweingerippe habe er aber inzwischen überstanden. Fünf Patienten hatte die Lukas-Klinik zuletzt aktuell mit Verdacht auf den neuen H1N1-Virus auf ihrer Quarantänestation. Bei dreien sei der Test inzwischen jedoch negativ verlaufen; bei den beiden anderen stehe er noch aus, so Schwirblatt.
In den vergangenen Wochen waren in Deutschland vor allem Patienten an der neuen Grippe gestorben, die schwere Vorerkrankungen, etwa Asthma, aufwiesen. Vor zwei Wochen war eine 55-jährige Iranerin in der Düsseldorfer Uniklinik der Virusinfektion erlegen; sie hatte sich in Deutschland gegen ihre chronische Erkrankung behandeln lassen wollen und steckte sich wohl auf dem Herflug an.
In der Klingenstadt wie auch bundesweit hatte in den vergangenen Tagen die Impfbereitschaft der Bevölkerung nachgelassen. Jetzt will man bei der Stadt erst einmal abwarten, ob es nach dem gestrigen Todesfall wieder einen Ansturm auf die Impfstellen gibt. In dieser Woche sollte es eigentlich noch zwei Impftermine geben (siehe Info-Kasten). Doch auch Klinikumssprecher Wolfgang Schreiber hofft jetzt wieder auf mehr Impfwillige: Die Durchimpfung der Bevölkerung sei unbefriedigend, vor allem vor dem Hintergrund, dass der Virus bereits mutiere.
Und auch Joachim Eichenberg, Leiter des Stadtdienstes Gesundheit, warnt weiterhin davor, die Schweinegrippe auf die leichte Schulter zu nehmen. Gestern betonte Eichenberg auf Anfrage unserer Zeitung noch einmal, wie wichtig es sei, grundlegende Regeln einzuhalten: "Immer Hände waschen, und kranke Kinder unbedingt zuhause halten." Der beste Schutz ist, da sind sich die meisten Experten einig, aber noch immer eine Impfung. Darum hofft auch Joachim Eichenberg, dass sich in den nächsten Tage wieder mehr Solinger immunisieren lassen.
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