Solingen: Friedlicher Protest gegen Republikaner
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 12.02.2012 - 12:23Solingen (RP). In Solingen haben am Wochenende rund 120 Mitglieder des Aktionsbündnisses „Bunt statt Braun“ eine Gruppe von rechtsgerichteten Republikanern daran gehindert, in der Innenstadt Flugblätter zu verteilen.
Die Rechten hatten mit ihrer Aktion, die sie als „Mahnwache“ angemeldet hatten, vorgeblich gegen eine Gruppe von radikalislamischen Salafisten demonstrieren wollen, die sich in einer Moschee in der Solinger Nordstadt eingerichtet haben. Das Bündnis „Bunt statt Braun“ hatte unter der Woche zu einer Gegendemonstration gegen die „Mahnwache“ aufgerufen, sich gleichzeitig aber auch gegen den Salafismus ausgesprochen. Die Gegendemo in der Innenstadt blieb friedlich.
Die Gegendemonstranten machten von ihrem Recht als Bürger Gebrauch und „informierten“ sich am Stand der Republikaner. So schirmten sie die Rechten über drei Stunden bei klirrender Kälte von den meisten Passanten ab. An der Aktion von „Bunt statt Braun“ beteiligten sich neben Politikern von SPD und Grünen sowie Gewerkschaftlern und Kirchenvertretern auch viele junge Menschen.
Zeitgleich unterzeichneten Vertreter von rund 50 Gemeinden, Vereinen, Schulen und Verbänden zusammen mit Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) eine gemeinsame „Erklärung für Demokratie und Freiheit“, die sich gegen die Salafisten aus der Hinterhofmoschee an der Konrad-Adenauer-Straße richtet. Die Erklärung spricht sich für ein friedliches und tolerantes Miteinander von Christen und Muslimen aus und war auf Initiative Feiths zustande gekommen.
Die Unterzeichner und die Stadt Solingen verstehen die Erklärung aber lediglich als einen Anfang in dem gemeinsamen Kampf gegen den Salafismus in der Stadt. So ist beispielsweise für Aschermittwoch, 22. Februar, eine Informationsveranstaltung zu der radikalislamischen Strömung geplant, zu der ein Experte des NRW-Innenministeriums eingeladen wird.
Die Salafisten werben in Solingen vor allem unter jungen Leuten für ihre Ideologie. Zwei Männer, die bis zum vergangenen Jahr in der Moschee ein- und ausgingen, wurden in der vergangenen Woche wegen terroristischer Umtriebe in England zu Haftstrafen verurteilt.
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