Solingen: Fußball-Gott unterscheidet sich
zuletzt aktualisiert: 07.06.2008Solingen (RPO). Heute beginnt in der Schweiz die Fußball-Europameisterschaft. Nach dem Sommermärchen vor zwei Jahren ist die Fußballbegeisterung in unserem Land groß. Auch in evangelischen Gemeindehäusern unserer Stadt werden die Spiele mit der deutschen Mannschaft gezeigt. Viele zählen sie zu den Favoriten. Weitere Titelanwärter sind natürlich Frankreich und Italien. Allen Teams ist gemeinsam, dass die Erwartungen in den jeweiligen Heimatländern riesig sind.
Wer den Titel gewinnt, wird zu Hause auf Händen getragen. So wie vor vier Jahren die Griechen mit ihrem Trainer „Kaiser“ Otto Rehagel. Wer dagegen zu früh ausscheidet, wie bei der letzten EM die deutsche Mannschaft, wird als „Gurkentruppe“ verlacht. Hopp oder Top – so sind die Mechanismen im Fußball.
Vielleicht ist es deshalb kein Zufall, dass Trainer und Spieler nach einem verlorenen Spiel gerne die Verantwortung bei einer übernatürlichen Macht suchen. Besonders nach verlorenem Elfmeterschießen heißt es oft: „Der Fußball-Gott war heute wieder mal gegen uns!“ Oder: „Der Fußball-Gott hat uns heute einfach im Stich gelassen!“ Eines scheint für solche Fußball-Prediger ganz klar zu sein: Der Fußball-Gott steht immer auf der Seite der Sieger.
Darin unterscheidet sich der „Fußball-Gott“ eindeutig vom Gott der Bibel, so wie Jesus ihn beschreibt. Denn der Gott der Bibel steht nicht nur auf der Seite der Sieger, sondern auf der Seite aller, die ihn brauchen. Er entscheidet kein Elfmeterschießen. Aber er entscheidet sich für den, der nach einer Niederlage am Boden liegt.
Mag sein, dass der Fußball-Gott manchmal gegen uns ist. Der Gott, von dem uns Jesus erzählt, ist es nie.
Thomas Förster Pfarrer für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im evangelischen Kirchenkreis Solingen.
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