Solingen: Gedenken an Opfer der Nazis
VON ANDREA RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 04.11.2008Solingen (RPO). In diesem Jahr jährt sich am 9. November zum 70. Mal die Reichspogromnacht. In mehreren Veranstaltungen wird der Opfer gedacht. Am Montag versammeln sich um 13 Uhr Schüler an der ehemaligen Synagoge.
Er jährt sich am kommenden Sonntag zum 70. Mal: Der Tag, an dem die Nazis in ganz Deutschland Synagogen niederbrannten. Vielerorts wird an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gedacht, natürlich auch in der Klingenstadt, hier mit vier Veranstaltungen, die unter dem gemeinsamen Titel „Erinnern und nicht vergessen“ stehen. Gestern stellten die Veranstalter das Programm vor.
Im vorigen Jahr hatten sich rund 500 Schüler am Standort der ehemaligen Synagoge an der Malteserstraße versammelt und dort „ein eindrucksvolles Bild“ geliefert, wie Erika Rothstein vom Bündnis für Zivilcourage fand. Sie hofft auf mindestens ebenso viel Unterstützung für die Jugendveranstaltung, die wegen des Sonntag-Termins diesmal am 10. November stattfindet. Nach dem Gedenken an der ehemaligen Synagoge geht es weiter in den Clemenssaal, in dem Schüler der Solinger Gesamtschule, der Friedrich-Albert-Lange-Schule und der Theodor-Heuss-Realschule die Veranstaltung gestalten. Diese steht auch allen Interessierten offen.
Friedhofs-Pflege
Das Engagement der Gesamtschüler Wupperstraße findet Leonid Goldberg, Vorsteher der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, toll. Die pflegen seit 20 Jahren den jüdischen Friedhof in Solingen. Aber auch er weiß, dass die Schüler zwar Laub harken und Unkraut zupfen können, nicht aber die alten Grabsteine restaurieren können.
In Wuppertal gibt es seit kurzem eine Initiative von Arge und der Bergischen Volkshochschule, die man nun nach Solingen übertragen will. In Wuppertal läuft an zwei jüdischen Friedhöfen eine entsprechende Arbeitsmaßnahme. Goldberg hofft, dass man im Frühjahr 2009 in der Klingenstadt wird starten können.
Fast schon komplett ausverkauft ist der Kultur-Abend am 9. November im Museum Baden innerhalb der Veranstaltungsreihe. Der Solinger Soroptimist Club hat in Kooperation mit dem Museum und der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft ein 17-köpfiges Ensemble gebucht, das eine Collage aus Text, Musik und Bildern über die in jungen Jahren von den Nazis ermordete jüdische Künstlerin Charlotte Salomon zeigt.
Offen steht Interessierten die Sonntagabend-Veranstaltung (19 Uhr) mit Musik und Lyrik in der Evangelischen Kirche Ketzberg, Lützowstraße, diese steht unter dem Titel „1938 - 2008 Synagogen in Flammen, Kultur mit Füßen getreten“. Es spielt das Ensemble Saitenholz. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Der Erlös soll der Jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal zu Gute kommen. Die lädt zudem am Sonntag, 15 Uhr, zu ihrer offiziellen Gedenkveranstaltung auf den jüdischen Friedhof nach Wuppertal auf der Weißenburgstraße 4 ein. In diesem Jahr wird das Rahmenprogramm mit dem Solinger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage und der Gesamtschule Solingens gestaltet. Im vorigen Jahr hatte Wuppertal das Programm gestaltet, im kommenden Jahr soll es Remscheid sein. Ein Shuttle-Bus fährt um 14 Uhr ab dem Bahnsteig C (Linie E 64) zum Jüdischen Friedhof.
Das Programm noch einmal ausführlicher gibt es auf der städtischen Internetseite:
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