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Solingen: Gedenkstunde in Ohligs für NS-Opfer

VON SANDRA GRÜNWALD - zuletzt aktualisiert: 28.01.2011

Solingen (RPO). Unter dem Titel "Weiterleben – Erinnerungen an eine Jugend im KZ" gestalteten die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule eine Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus in der Evangelischen Stadtkirche Ohligs.

Geschwister-Scholl-Schüler lasen in der Stadtkirche Ohligs Erinnerungen einer Zwölfjährigen an ihre Zeit im KZ vor.  Foto: RPO
Geschwister-Scholl-Schüler lasen in der Stadtkirche Ohligs Erinnerungen einer Zwölfjährigen an ihre Zeit im KZ vor. Foto: RPO

So lautet auch der Titel der Autobiografie von Ruth Krüger, die im Alter von zwölf Jahren interniert wurde und mit ihrer Mutter die Zeit im Konzentrationslager überlebte. Vorgelesene Textauszüge aus dieser Autobiografie bildeten einen wesentlichen Teil der Gedenkstunde und vermittelten einen Eindruck vom Erleben der eigentlich unaussprechlichen Grausamkeiten – begonnen beim Transport in den völlig überfüllten Waggons, der Ankunft in Auschwitz und den ersten Eindrücken.

"Die Tränen versiegten beim Anblick des Grauens... Hier weinte man nicht." Das Verhalten der Mithäftlinge, die schon länger in Auschwitz waren, verstört die Zwölfjährige. "Es schien, als nehme man es uns übel, dass wir erst jetzt nach Auschwitz gekommen sind." Dabei waren sie zuvor im KZ Theresienstadt. Erschütternd, wodurch das Lagerleben für Ruth geprägt wurde – von stundenlangen Appellen, Todesangst und Durst.

Die Mutter schlägt ihr vor, gemeinsam in den elektrischen Zaun zu gehen. Doch Ruth will überleben. Sie beschreibt Selektionen, das Wechselspiel zwischen Todesangst und Hoffnung, die Entwürdigung, Verrohung und die Entmenschlichung. Aber auch, dass sich eine junge Frau scheinbar grundlos für sie einsetzte.

Ein anderer eindrücklicher Teil der Gedenkstunde nahm der Bericht der "Weiße-Rose-AG" ein, die im vergangenen Juli Weimar besucht hatte. Neben historischen Gebäuden war es vor allem der Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald, der sie bewegt hat. "Das Ausmaß der Grausamkeit lässt sich nicht in Worte fassen", heißt es über den Besuch von Folterkammern und Verbrennungsöfen.

"Die Erfahrungen werden wir nie vergessen", lautet das Fazit der Exkursion. Und genau darum ging es während der Gedenkstunde: nicht zu vergessen. So wurden auch die Namen der Solinger Bürger verlesen, die in den KZ ermordet wurden. Dazwischen zündeten die Jugendlichen Kerzen an.

Quelle: RP

 
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