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Solingen: Gefährliche Schlaglöcher

VON GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010

Solingen (RPO). Harter Winter, teurer Winter – noch bis Ende Mai sind zwei so genannte Plätzchen-Kolonnen mit jeweils vier städtischen Mitarbeitern ausgelastet, um die Frostschäden auf Straßen und Gehwegen auszubessern.

Bis auf das alte Kopfsteinpflaster ist die Fahrbahndecke auf der Bergstraße aufgeplatzt.   Foto: RPO
Bis auf das alte Kopfsteinpflaster ist die Fahrbahndecke auf der Bergstraße aufgeplatzt. Foto: RPO

Vorsicht ist auf der Bergstraße geboten. Hier ist die Fahrbahndecke schon bis auf das alte Kopfsteinpflaster aufgeplatzt. Vielerorts haben Frost und Schnee der vergangenen Wochen deutlich sichtbare Spuren hinterlassen – Straßenschäden, die nach den Worten von Kurt Thomas zügig zu beseitigen sind. Der Solinger Vorsitzende beim Auto Club Europa (ACE) spricht von "bösartigem Asphaltkaries" und appelliert nun sogar an die Bundesregierung, angesichts der großen Finanznot auch Solingen bei der Beseitigung von Winterschäden "nicht länger hängen zu lassen". Wer eine finanzielle Unterstützung verweigere, sei mitverantwortlich für die wachsene Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit sowie für Schäden an Fahrzeugen.

Info

Wintereinsatz

4050 Tonnen Streusalz und Granulat haben die städtischen 110 Mitarbeiter in diesem Rekordwinter ausgebracht – drei Mal mehr als sonst. Erforderlich wurden 20 300 Arbeitsstunden in 97 Einsätzen; gut ein Drittel davon sind Überstunden. Die Stadt hat 16 eigene Streu- und Räumfahrzeuge.

Harter Winter, teurer Winter – Norbert Motzfeld, Geschäftsführer des Technischen Betriebs Straßen und Grün (TBSG), sowie Jürgen Peltri, zuständig für den städtischen Winterdienst, können dazu ebenfalls eine Rechnung aufmachen.

Achtung Straßenschäden! Solche Straßenschilder warnen Autofahrer momentan an Weyersberger, Lacher, Franken-, Lützow- und Meigener Straße. Und Warnbalken auf Gehwegen befinden sich an den Clemens-Galerien sowie der Prinzenstraße.

Noch bis Ende Mai werden zwei so genannte Plätzchen-Kolonnen ausgelastet sein, alle Schlaglöcher und verkehrsgefährdenden größeren Risse auf der Fahrbahn mit Asphalt auszubessern. Kosten von über 100 000 Euro werden dafür erwartet, gut 15 000 Euro mehr als im vergangenen Winter. Nach Motzfelds Worten könnten die Kosten sogar noch höher ausfallen, weil Frostschäden zum Teil auch erst noch in den nächsten Tagen sichtbar werden. Auch könnte sich der Winter zurückmelden.

Bürger können Schäden melden

Vier Wegbegeher nehmen derzeit die Schäden auf dem 400 Kilometer langen städtischen Straßennetz auf. Falls diese, aber auch Anwohner akute Frostschäden melden, die die Verkehrssicherheit gefährden, werde dies nach Motzfelds Worten sofort behoben. Ansonsten greift eine Prioritätenliste. Bezahlt wird das aus dem laufendem, mit 2,7 Millionen Euro bestücktem Etat für die Straßen-Unterhaltungsmaßnahmen. Negative Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt seien deshalb nicht zu erwarten, heißt es.

Mit zwei Millionen Euro wird der Winterdienst auf den Straßen nach Peltris Worten doppelt so teuer wie kalkuliert. 900 000 Euro und damit ebenfalls doppelt so kostspielig wird auch der Wintereinsatz auf Gehwegen. Weil in die Gebührenrechnung die Durchschnittswerte der letzten drei Jahre einfließen, ist noch nicht abzuschätzen, ob es hier für den Bürger teurer wird, heißt es.

Regressansprüche von Autofahrern wegen der Schlaglöcher haben Motzfeld bislang noch nicht erreicht, dagegen liegen dem städtische Winterdienstleiter schon drei solcher Fälle vor, bei denen Fußgänger wegen Eis und Schnee stützten. Erfahrungsgemäß, so Peltri, kommen aber noch weitere Fälle hinzu.

Winterschäden auf Straßen und Gehwegen können Bürger bei der Stadt melden, Telefon 290-44 51.

Quelle: RP

 
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