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Solingen: Gefahr aus Gasthermen

VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012

Solingen (RP). Erst im vergangenen Oktober wurde eine vierköpfige Familie durch Kohlenmonoxid aus einer defekten Gastherme verletzt. Die Feuerwehr warnt vor dem geruchlosen Gas, aber auch vor Gasstrahlern und -pilzen.

Bei Einsätzen an Gasthermen oder bei Kaminbränden benutzen die Feuerwehrleute – wie hier bei einer Übung – Atemschutzgeräte. Gerade aus defekten Gasthermen austretendes Kohlenmonoxid ist gefährlich, da das Gas nicht zu riechen ist.  Foto:  Gerhard Seybert (archiv)
Bei Einsätzen an Gasthermen oder bei Kaminbränden benutzen die Feuerwehrleute – wie hier bei einer Übung – Atemschutzgeräte. Gerade aus defekten Gasthermen austretendes Kohlenmonoxid ist gefährlich, da das Gas nicht zu riechen ist. Foto: Gerhard Seybert (archiv)

Frank-Michael Fischer weiß, wie gefährlich ausströmendes Gas aus Thermen, Heizpilzen und Strahlern ist. Und so wundert es den Solinger Feuerwehrchef nicht, dass auf dem Höhepunkt der Heizperiode der Deutsche Feuerwehrverband in einem Rundschreiben vor der tödlichen Gefahr durch Kohlenmonoxid warnt. Das Gas ist geruch- und geschmacklos, und schon wenige Atemzüge können zum Tod führen. "Häufig ist eine fehlerhafte Verbrennung in Gasthermen die Ursache von Unfällen", warnt Hartmut Ziebs, der Vizepräsident des deutschen Feuerwehrverbandes angesichts der jüngsten Vorfälle.

In Solingen starb 2006 ein 13-jähriger Junge, nachdem er Kohlenmonoxid eingeatmet hatte. Der Handwerker, der die Therme installiert hatte, wurde vier Jahre später ebenso wie der zuständige Schornsteinfeger zu Bewährungsstrafen verurteilt. Das Amtsgericht und später das Landgericht kamen zu dem Schluss, dass beide fahrlässig handelten beim Einbau beziehungsweise bei der Abnahme der Gastherme. Der Junge war gestorben, nachdem er beim Baden das Gas eingeatmet hatte.

Info

Unfälle

2006 starb ein 13-jähriger Schüler aus Höhscheid, der Kohlenmonoxid aus einer Gastherme eingeatmet hatte. Ein Schornsteinfeger und ein Handwerker, die die Therme installiert hatten, mussten sich dafür vor Gericht verantworten.

2010 schwebten eine Mutter und ihr Sohn nach einem Kohlenmonoxidunfall am Vogtweg in Lebensgefahr. Sie konnten nach einer Behandlung in einer Überdruckkammer gerettet werden.

2011 im Oktober atmete eine vierköpfige Familie am Vogtweg Kohlenmonoxid ein, das aus einer defekten Gastherme ausströmte. Eltern und zwei Kinder kamen ins Krankenhaus, eine Behandlung n der Druckkammer war in diesem Fall nicht erforderlich.

Im Gegensatz zum Erdgas, dem ein warnender Geruchsstoff beigemischt ist, ist Kohlenmonoxid (CO) vollkommen geruchlos. Wird CO eingeatmet, bindet das Gas sich an die roten Blutkörperchen und verdrängt dabei den Sauerstoff. So sollte man schon im Verdachtsfall einer Kohlenmonoxidvergiftung schnell handeln, erklärt Hartmut Ziebs und schildert die ersten Anzeichen einer Vergiftung: plötzlich auftretende Kopfschmerzen und eventuell Bewusstseinseintrübungen. Dann sollten die Betroffenen schnell handeln, den Raum verlassen, belüften und die Feuerwehr und den Rettungsdienst verständigen.

Nicht nur Gasthermen können zur tödlichen Gefahr werden, sagt Feuerwehrchef Frank-Michael Fischer. Auch die beliebten Gas-Heizpilze und Gas-Strahler sollten niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden. Aber auch Verbrennungsmotoren setzen Gas frei. "Benzin-Rasenmäher oder Benzin-Kettensägen sollten nie in geschlossenen Garagen repariert oder ausprobiert werden", erläutert Hartmut Ziebs.

Quelle: RP/rl


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