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Solingen: Generalstabssache Impfung

VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 16.10.2009

Solingen (RPO). Kommende Woche kommt der Impfstoff gegen die Schweinegrippe nach Solingen. Danach soll mit den Impfungen angefangen werden. Aber nicht einfach so: Es wird sieben Stationen mit festen Zeiten geben.

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Klinikum gerüstet

Im Klinikum plant man nicht, das gesamte Personal zu impfen – zumal bei den Angestellten noch kein Fall bekannt wurde und die bisher behandelten Fälle samt und sonders einen leichten Verlauf nahmen.

Trotzdem nimmt man das H1/N1-Virus ernst. So liegen im Eingangsbereich Mundschutze aus, die sich Patienten anlegen sollen, die mit verdächtigen Symptomen kommen. Ansonsten achtet man im Klinikum darauf, dass Verdachtsfälle nicht mit anderen in Berührung kommen.

Nein, Dr. Martin le Claire ist kein Stabsarzt bei der Bundeswehr – und darum denkt der Solinger Internist auch gar nicht daran, seinen Patienten die Impfung gegen die Schweinegrippe zu befehlen.

"Die Entscheidung liegt am Ende bei den Bürgern selbst", stellt le Claire klar, der allerdings auch betont, dass die demnächst in der Klingenstadt anlaufende Impfaktion bei gewissen Gruppen durchaus Sinn machen kann. "Risiko-Patienten sollten sich schon den Schutz geben lassen", erklärt der Beisitzer im Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Solingen mit Blick auf Schwangere, kleine Kinder sowie Kranke.

Zurzeit laufen die letzten Vorbereitungen für die größte Massenimpfung seit den 60er-Jahren. Im Klinikum erwartet man die Anlieferung der Seren in der kommenden Woche, wie Sprecher Wolfgang Schreiber berichtet. Das Land hat die Ampullen gekauft. Und nun müssen die Verantwortlichen vor Ort die letzten logistischen Hürden nehmen, ehe man dann auf die gesundheitspolitische Zielgerade einbiegen kann.

In der vergangenen Woche gab es im Gesundheitsamt ein Treffen von Allgemeinmedizinern, Internisten, Kinderärzten und Gynäkologen mit der Behörde. "Die Zusammenarbeit läuft gut", lobt KV-Beisitzer Dr. le Claire die Anstrengungen auf allen Seiten. Immerhin soll die Impfung gegen die Schweinegrippe von Anfang an frei sein von irgendwelchen organisatorischen Kinderkrankheiten. So ist geplant, die Seren in einigen wenigen Apotheken zu lagern, von wo aus sie dann an die insgesamt sieben Impfstationen im ganzen Stadtgebiet verteilt werden.

Doch auch an diesen Impf-Schwerpunkten geht es dann beinahe mit generalstabsmäßiger Genauigkeit weiter. "Es wird bestimmte Zeiten geben, an denen die Impfungen durchgeführt werden", erklärt Dr. le Claire, der die Diskussion der vergangenen Tage um mögliche Nebenwirkungen des Serums genau verfolgt hat: "Eine allgemeingültige Meinung dazu kann man nicht einfach so abgeben."

Dabei geht es vor allem um Zusatzstoffe, die zu Nebenwirkungen führen können, den Impfstoff selbst aber haltbarer machen. Ein Impfstoff wohlgemerkt, über den man in den kommenden Monaten noch froh sein könnte. Denn nachdem erste Epidemie-Verläufe aus Ländern der Südhalbkugel vorliegen, sind sich die Experten auch in Solingen einig, dass die Schweinegrippe trotz bislang vorwiegend glimpflichen Ausgangs in unseren Breitengraden nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf.

Gleichzeitig will man aber Panik vermeiden – und Misstrauen. Der Grund für den anderen Impfstoff für die Bundeswehr ist jedenfalls denkbar einfach. Das nur für kürzere Zeit haltbare Serum wird den Soldaten – wie sollte es beim Bund anders sein – per Befehl verabreicht. Und das geht dann erfahrungsgemäß schneller als bei einer Impfaktion für die Bevölkerung – zumal der Schutz bei den Zivilisten ja freiwillig ist.

Quelle: RP

 
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