Solingen: Gesprächsbedarf bleibt
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 22.06.2007Solingen (RPO). Gestern informierte die Stadt die Bürger über Walder Rathaus, Roter Esel und Stadtsaal. Während über die zukünftige Nutzung der erstgenannten Bauten kaum Unklarheiten besteht, bleibt der Investor beim Saal noch vage.
Der Overhead-Projektor warf leuchtend einen Plan des zukünftigen Walder Zentrums an die Stirnwand der großen Aula im Stadtsaal Wald, als sich plötzlich eine Fliege auf die Folie setzte. Genau an die Stelle, an der die vorgesehenen baulichen Verbesserungen für den Stadtsaal eingetragen waren und auch nur für wenige Sekunden – dann flog das Insekt wieder vondannen.
Aber irgendwie erschien die Szene bei der öffentlichen Veranstaltung zur Neugestaltung von Rathaus, Rotem Esel sowie Stadtsaal symptomatisch – wenigstens, was die Zukunft des letztgenannten Gebäudes betrifft. Hier könnten sich noch einige Hoffnungen verflüchtigen.
Rohdiamanten
Rathaus, Stadtsaal und Roter Esel gehören zu den städtebaulichen Edelsteinen Walds. Allerdings Rohdiamanten, die eines neuen Schliffs bedürfen. Während das Rathaus 2008 nicht mehr von der Verwaltung gebraucht wird, finden sich für den Stadtsaal schon Nutzer. Nur eben zu wenige, um rentabel arbeiten zu könen.
Während Erster Beigeordneter Hartmut Hoferichter gestern Abend in eben jenem Stadtsaal zum Umbau von Rathaus und des Rotem Esel recht konkrete Pläne präsentierte und sich auch für den Saal eine sinnvolle Nutzung vorstellen kann, blieben die Aussagen eines Beauftragten des schweizer Investors Sinas AG doch ein wenig nebulös. Zumindest in Sachen Stadtsaal. Von unserer Zeitung über den Stand der Dinge befragt, erklärte er, man sei gerade dabei, „ein technisches Konzept zu erstellen“. Erst danach sei die Frage der „Belegung zu beantworten“.
So weit, so gut, nur relativierte der Investorenvertreter seine zuvor getroffene Aussage, nach der man die Interessen der Walder Vereine berücksichtigen würde, gleichzeitig dadurch, dass er sich den einen oder anderen Nutzer doch „besser in anderen Hallen“ vorzustellen vermag. Erste Kontakte mit dem Förderverein Stadtsaal Wald, der sich seit über einem Jahr um die Zukunft des Gebäudes müht, seien zunächst einmal „nicht weiter verfolgt worden, weil erst die Fragen der Technik zu klären sind“. Rita Pickardt, Vorsitzende des Fördervereins, betonte aber im Morgenpost-Gespräch, es habe erst einmal einen flüchtigen Kontakt gegeben und verlieh nochmals ihrem Wunsch nach konkreteren Gesprächen Ausdruck: „Bislang haben wir uns nur gegenseitig vorgestellt.“
Da sind die Planungen in Sachen Rathaus und Roter Esel schon weiter und vor allem auch unstrittiger. An beiden Standorten sollen Büros, Arztpraxen, Altenwohnungen sowie andere Einrichtungen entstehen. Zahlreiche bauliche Maßnahmen sind vorgesehen, um die Attraktivität zu erhöhen. Gestern ging es darum, die mehr als 100 Bürger in einem ersten Schritt zu informieren. Noch bis August können Vorschläge gemacht werden. „Es hat keine Vorfestlegungen gegeben“, erklärte Hoferichter. Auch nicht in Sachen Berting-Haus. Bis zum Herbst soll geprüft werden, inwieweit eine Verlagerung der Alteneinrichtung Sinn macht.
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