Serie: Bioläden und Biohöfe (16): Gesundes Raumklima
zuletzt aktualisiert: 27.07.2009 - 16:21Serie: Bioläden und Biohöfe (16) (RPO). Seit 2005 betreibt Helmut-Wilfried Schneider den "Öko Bau Laden" an der Eschbachstraße in Burg. Er hat festgestellt, dass immer mehr Menschen Wert auf Naturbaustoffe legen.
Sortiment Ökologische Baustoffe insbesondere für den Bau und die Sanierung von Fachwerkhäusern, darunter Putze und Wandheizungssysteme; Heilerde; darüber hinaus Kooperationen mit rund 35 weiteren deutschen Anbietern von Naturbaustoffen.
Aktionen Zurzeit sind Holzdielen aus Eiche im Angebot.
Öffnungszeiten Montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr.
Adresse Der Öko Bau Laden, Eschbachstraße 23, Telefon 244 35 71.
www.naturbaustoffe-hws.de
Eins steht für Helmut-Wilfried Schneider fest: "Häuser luftdicht abzusperren, damit sie möglichst wenig Energie verbrauchen, ist der größte Fehler in der Bauphysik, den es gibt", sagt der 54-Jährige. "Häuser richtig zu dämmen, ist dagegen gut." Der zweifache Vater, der auch schon zwei Enkel hat, führt seit 2005 in Burg den "Öko Bau Laden", in dem er ökologische Baustoffe anbietet. Vor allem für die Errichtung und Sanierung von Fachwerkhäusern.
"Der Fachwerkhausbau ist - in abgewandelten Formen - die weltweit verbreitetste Bauweise", erklärt Schneider. Das sei kein Wunder, würden dafür doch die zwei wichtigsten Baustoffe, nämlich Holz und Lehm, verwendet. "Daher findet man Fachwerkhäuser in Afrika, in Japan und in Europa. Selbst die alten Kelten und Germanen haben schon so gebaut."
In frühere Jahrhunderte zurückversetzt müsse sich jedoch niemand fühlen, der sich für ein Fachwerkhaus entscheide. "Die heutigen Naturbaustoffe sind so weit entwickelt, dass sie auf dem neuesten Stand der Technik sind. Alle Produkte sind ausgereift, handelsüblich und einfach zu handhaben." Darüber hinaus seien sie häufig noch günstiger als übliche Baustoffe aus dem Baumarkt, "und effektiver".
Ob Schilf, Hanf, Flachs oder Schaumglasschotter zur Dämmung, Putz in verschiedenen Erdtönen (mischfertig im Eimer) oder naturbelassene Holzdielen - "bei mir kann man alles bekommen", versichert der gebürtige Radevormwalder.
"Selbst eine Sauna aus Lehm." Die Kunden, die zum Teil aus ganz Deutschland stammten, wüssten dies zu schätzen. "Es kommen viele Allergiker zu mir und Leute, die aus Überzeugung weg von der ganzen Chemie wollen", erzählt Helmut-Wilfried Schneider. "Aber auch solche, die einfach nur Wert auf eine einfache und günstige Bauweise legen."
Gleich drei Berufe hat der 54-Jährige erlernt. "Ich bin Werkzeugmacher, Kaufmann und Lehmbaumeister", sagt er. Zum Fachwerkbau sei er Mitte der 1980er-Jahre zufällig gekommen. Bei einem Spaziergang mit der Familie seien sie an einem Holzständerwerk für ein im Bau befindliches Fachwerkhaus vorbeigekommen.
"Meine Kinder fragten mich, was das denn für ein komisches Haus sei. Daraufhin habe ich mich damit genauer beschäftigt." Und selbst das ein oder andere Fachwerkhaus gebaut und umgebaut. In Süddeutschland stieg er als Teilhaber der Lehmbaufirma Eiwa ein, später eröffnete Schneider in der Pfalz ein Geschäft für Öko-Baustoffe. "Vor 20 Jahren waren es noch wenige Anbieter, die sich darauf spezialisiert hatten. Mittlerweile gibt es jede Menge Nachahmer."
Die Lehmerde bezieht der 54-Jährige aus verschiedenen Teilen der Welt, unter anderem aus Afrika. "Lehm wird auch als Heilerde genutzt. Man kann sie zum Beispiel wunderbar bei Sonnenbrand anwenden. Oder bei Pickeln und Akne." Vorführmaterialien hält Helmut-Wilfried Schneider in seinem Geschäft an der Eschbachstraße bereit. Er möchte mit seinem Laden jedoch umziehen. "Ich suche dafür ein preisgünstiges Fachwerkhaus in der Region zum Mietkauf", sagt er. "Es kann ruhig sanierungsbedürftig sein."
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