Solingen: Großer Einsatz für neue Orgel
VON PIA BERGMEISTER - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Solingen (RP). Die Orgel von St. Josef Krahenhöhe ist defekt und der an MS erkrankte Organist hat Mühe, das Instrument zu bedienen. Doch die Spendenbereitschaft in der Gemeinde ist groß.
Ihre Orgel macht der katholischen Gemeinde St. Josef Krahenhöhe Sorgen: 1927 gebaut, könnte sie jederzeit nicht mehr funktionieren. "Die Luftversorgung ist kaputt", weiß Organist Gereon Bürling. "Außerdem hat das Instrument weitere Defekte", informiert er. Schon länger sei die Orgel nicht ideal für das Gotteshaus: Das 85 Jahre alte Instrument machte 1966 einen Umzug aus der alten in die damals neu gebaute Kirche mit. Eigentlich war sie viel zu klein für die jetzige Kirche. "Doch man blieb lange bei dem Provisorium." 1998 wurde St. Josef sehr kostenintensiv umgebaut. Für eine neue Orgel fehlte das Geld, und sie wurde daher nochmals restauriert und repariert.
Benefiz-Konzert
Am Samstag, 3. März, findet um 18.30 Uhr in der Kirche St. Josef Krahenhöhe das Benefiz-Konzert zur Finanzierung der neuen Orgel statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden, die alle der Orgelanschaffung zugutekommen, wird jedoch gebeten. Die bisher erlösten Spenden und der Zuschuss des Erzbistums Köln machen es möglich, das 205 000 Euro teure Instrument schon jetzt zu bestellen.
"Seitdem tut sie zuverlässig ihren Dienst, aber bei den großen Messen, wenn die Kirche sehr voll ist, spürt man, dass sie unserer stimmgewaltigen Gemeinde nicht gewachsen ist", sagt Bürling. Im vergangenen Jahr habe er dann bemerkt, dass etwas mit der Orgel nicht stimme. Ein Sachverständiger des Erzbistums Köln bestätigte seine bittere Diagnose: Eine Reparatur würde eine Investition von 150 000 Euro bedeuten.
"Dafür können wir in ein neues Instrument investieren, das genau auf unseren Kirchenraum angepasst wäre." Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Grund für eine Neuanschaffung: Gereon Bürling, seit 2001 Organist der katholischen Gemeinde, erkrankte vor elf Jahren an der chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems Multiple Sklerose (MS). "Es war ein Schock für mich, der wie ein Schlag in meinen Alltag einbrach", erinnert sich der 42-Jährige.
Mittlerweile hat die Krankheit ihre Spuren hinterlassen. "Seit zwei Jahren versagen mir die Beine immer häufiger beim Orgelspiel den Dienst, so dass ich nicht weiß, wie lange ich noch musizieren kann." Für Bürling wäre eine neue Orgel daher eine große Chance. "Wir könnten eine Koppel einbauen, die ich an den Tagen nutzen kann, an denen meine Beine so schlecht sind, dass ich sie nicht gebrauchen kann. Dann könnte ich mit Hilfe dieser Koppel die sonst von den Beinen gespielten Töne mit der linken Hand spielen", erklärt der Organist. Selbstverständlich sei das neue Instrument auch für jeden anderen Spieler voll nutzbar.
"Ich bin gerührt, wie sehr die Gemeinde hinter mir steht", sagt Gereon Bürling dankbar. Doch wie soll St. Josef Krahenhöhe den hohen Eigenanteil von mehr als 150 000 Euro aufbringen? "Die Spendenbereitschaft ist enorm und wir haben schon 43 000 Euro gesammelt." Ein Benefiz-Konzert soll weitere Spenden einbringen. "Am 3. März veranstalten wir unter dem Motto ,Kein Mensch ist eine Insel' gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Cäcilia 1879 Solingen Krahenhöhe ein Konzert zugunsten der neuen Orgel", berichtet Jürgen Gerhards vom Bergischen Männerchor "Die Bergischen". Zu hören sind dann Werke von Schubert, Alven, Franck, Warrell und anderen.
Da das Erzbistum Köln für die insgesamt 205 000 Euro teure Orgel mit 82 000 Euro das Doppelte des sonstigen Zuschusses genehmigt hat, kann mit dem Orgelbau begonnen werden. Hinzu kommt, dass sich eine Ersparnis ergibt, weil der Orgelbauer aus Remagen für das 26 Register umfassende Instrument Teile einer alten Orgel verwendet. "Schon Ostern 2013 könnte ich dann darauf spielen", freut sich Gereon Bürling.
Jetzt Solinger Morgenpost testen und noch heute Ihr Kennenlern-Paket sichern.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



