Solingen: Hardt schreibt an Solinger CDU-ler
zuletzt aktualisiert: 30.08.2008Solingen (RPO). Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Bernd Krebs hat es den Anschein, als hätte die Wuppertaler CDU den Coup von langer Hand geplant. Mit ihrem Kreisparteivorsitzenden Jürgen Hardt haben sie ihren eigenen Mann gefunden, der sich den Delegierten im Oktober zur Wahl stellen will. Die insgesamt 200 CDU-Getreuen müssen sich entscheiden, wen sie für die Bundestagswahl als Gegenkandidat zu Jürgen Kucharczyk (SPD) stellen wollen: Jürgen Hardt oder den Solinger Kreisparteivorsitzenden Fabian Kesseler.
Auf dem Papier ist die Sache eigentlich klar: Solingen entsendet 109 Delegierte und damit die Mehrheit – Remscheid und Wuppertal zusammen den Rest. Hardt kann dabei auf die Unterstützung durch Remscheid rechnen, denn die dortige CDU ist stinkig auf die Solinger, die ihren Alleinanspruch allzu deutlich mit der Aufstellung von Fabian Kesseler untermauert haben. Für Krebs insofern nicht nachzuvollziehen, als dass die drei bergischen Kreisparteivorsitzenden, neben Kesseler und Hardt auch der Remscheider Kai Kaltwasser, vor kurzem zusammen gesessen und über das Thema geredet hätten.
Kesseler will sich vorstellen
Zudem ist bei den Solinger Christdemokraten der Zweifel aufgekommen, ob auch jeder Delegierte in geheimer Abstimmung tatsächlich für Kesseler stimmen wird. Die Auswahl der so genannten Wahlmänner treffen die Orts- und Stadtbezirksverbände. Und der Solinger CDU-Parteichef ist nicht bei Jedermann gleich beliebt. Das scheint sich sein Kontrahent bereits zunutze machen zu wollen.
Unverzüglich, nachdem der Wuppertaler Kreisparteivorstand vorige Woche Donnerstag Hardt zur Kandidatur aufgefordert hatte, gingen rund ein Dutzend Briefe auf die Reise nach Solingen. Am Samstag konnten dann alle CDU-Ortsvereinsvorsitzenden und die Vorsitzenden der Stadtbezirksverbände schwarz auf weiß lesen, wer denn Jürgen Hardt sei und für was er steht. Kesseler wählt einen anderen Weg. Er will sich persönlich in Wuppertal und Remscheid vorstellen. Von der Kandidatur Hardts war der Solingens CDU-Parteichef am Donnerstag völlig überrascht worden: „Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass Jürgen Hardt nicht antreten will.“ Egal, was in den nächsten Wochen noch passiert, er werde sich der Abstimmung stellen, so Fabian Kesseler weiter: „Ich kandidiere.“
Für Bernd Krebs steht bei diesem ganzen „ungewöhnlichen Vorgang“ mit unklarem Ausgang für Kesseler eines fest: „Der Wahlkreis ist zu groß, der müsste anders geschnitten werden.“ Derzeit zählen neben Solingen und Remscheid noch die Stadtteile Cronenberg und Ronsdorf zum besagten Wahlkreis 104. Vielleicht ist dies von der Wuppertaler CDU sowieso alles von langer Hand geplant.
Kandidiert doch im zweiten Wuppertaler Wahlkreis kein Geringerer als der langjährige CDU-Generalsekretär Peter Hintze.
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