Solingen: Haribo-Goldbär fällt Abrissbagger zum Opfer
zuletzt aktualisiert: 24.09.2009Solingen (RPO). Irgendwie war das kleine Haus im Schatten des großen Haribo-Werks an der Wuppertaler Straße viele Jahre so etwas wie Blickfang. Jedenfalls, Autofahrer, die von Gräfrath Richtung City fuhren, konnten gar nicht anders, als den Werbeslogan des Süßwaren-Herstellers zu lesen: "Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso."
Was aber für das Gebäude, das seit Dienstag abgerissen wird, schon lange nicht mehr galt. "Es stand eine Weile leer", erklärt Haribo-Werksleiter Arndt Rüsges, der froh ist, dass dem Bau nun ein Bagger aufs Gemäuer rückt. Denn immer wieder hatte man in den Werkshallen dahinter Probleme durch Wasserschäden, die man jetzt, nach dem Abriss, angehen kann. Und dementsprechend war den Verantwortlichen die Freude an dem Ex-Wohnheim für Mitarbeiter schon eine ganze Zeit lang vergangen.
Eine Sanierung des Hauses hätte sich schon aufgrund von Brandschutzauflagen nicht gelohnt, fährt Werksleiter Rüsges fort, der aber glaubt, dass der Haribo-Eingangsbereich durch das Verschwinden des Gebäudes gewinnen wird. Immerhin werde so die Sicht auf die historische Fabrik-Fassade wieder freigelegt. Tatsächlich muss der Vorbau irgendwann an das Industrie-Gemäuer gesetzt worden sein, in dem bis 1968 der Pfefferminz-Hersteller Dr. Hillers produzierte. "Ein Baudatum konnten wir jedoch nicht herausfinden", berichtet Rüsges. Jedenfalls, später wurde dann noch jener Goldbär an die Fassade gepinselt, der bis zuletzt all den Fahrern entgegenwinkte, die Richtung Norden die Stadt verließen.
Und die sich nun daran gewöhnen müssen, dass ihr goldgelber Freund die letzte Reise in den Goldbären-Himmel angetreten hat. Er fiel gestern dem Abbruch zum Opfer. Nächste Woche, so schätzte ein Bauarbeiter der Abriss-Firma Valtinke aus Euskirchen, werde man fertig sein. Derweil betont Arndt Rüsges, der Abbruch habe nichts mit dem geplanten Lager zu tun, gegen den einzelne Anwohner Protest eingelegt haben. Gleichwohl erklärte der Haribo-Werksleiter, für das Gerichtsverfahren im November guter Dinge zu sein.
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