Solingen: Haug hält Bad weiterhin für machbar
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Solingen (RPO). Mit einem Machtwort reagierte gestern Oberbürgermeister Franz Haug auf die neue Diskussion zum Kombibad. "Fakt ist, dass sich laut Machbarkeitsstudie ein solches Bad in Solingen wirtschaftlich betreiben lässt", erklärte das Stadtoberhaupt im Gespräch mit unserer Zeitung. Und erteilte damit allen Überlegungen, die bestehenden Anlagen zu sanieren, eine eindeutige Absage. Haug: "So lassen sich die im Haushaltssicherungskonzept vorgegebenen Einsparungen nicht realisieren."
Schon in Kürze werde Sport-Dezernent Norbert Feith eine weitere Vorlage präsentieren, die zeige, dass eine Investition in die alten Bäder keinen Sinne mache, fuhr der OB fort. Darum sieht er auch keine Veranlassung, jetzt, wie von SPD-Chef Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver gefordert, auf das Dialogverfahrens zu verzichten, bei dem es auch darum geht, wie der Bau eines Bades finanziert werden kann, nachdem hierfür kein Investor zu finden war: "Das Verfahren kann man bausteinartig durchführen und dann entscheiden: Geht es oder geht es nicht." Tatsächlich sieht die HSK-Maßnahme im Bäderbereich eine Einsparung von jährlich einer Million Euro vor. Das heißt, es blieben etwas mehr als zwei Millionen, die zur Sicherstellung des Schul- sowie Vereinsschwimmens in der Klingenhalle und – gegebenenfalls – als Zuschuss für ein Kombibad verwendet werden könnten.
"Es geht darum, finanz- und sportpolitische Ziele in Einklang zu bringen", erklärte Norbert Feith, der seinerseits einen Spagat zu bewerkstelligen hat. Als zuständiger Dezernent ist er für die verwaltungstechnische Umsetzung des Procedere verantwortlich, das beschlossen wurde, als er noch nicht in Solingen war – und nicht als OB-Kandidat der CDU seinen Hut in den Ring geworfen hatte.
Krebs kritisiert Müller-Stöver
Bei der Partei reagierte man darum gestern auch wenig erfreut auf den Rückzieher des Koalitionspartners SPD. Vor allem Müller-Stöver steht in der Kritik. "Er ist doch befangen", sagte CDU-Fraktionschef Bernd Krebs mit Blick auf die Rolle des SPD-Kandidaten als Chef beim Förderverein Ittertal. Krebs drängt wie CDU-Parteivorsitzender Fabian Kesseler auf Einhaltung des vorgesehenen Weges. Nachdem die Autoren der Machbarkeitsstudie gestern Abend vor der CDU-Fraktion sprachen, werden sie nächste Woche die SPD besuchen. "Dann werden wir in der Kooperationsrunde alles sachlich besprechen", kündigte Kesseler an, derweil mancher in der CDU hinter dem Vorschlag Müller-Stövers ein Wahlkampfmanöver vermutet. Der SPD-Mann könnte das Kombibad zugunsten des Ittertals opfern wollen, um sich so von Feith abzusetzen.
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