Solingen: Herausgeputzt in die neue Saison
VON MAXINE HERDER - zuletzt aktualisiert: 01.04.2011Solingen (RPO). Der harte Winter hat im Familienparadies Ittertal schwere Schäden verursacht. Unter Hochdruck hat Inhaber Bruno Schmelter in den vergangenen Monaten an deren Beseitigung gearbeitet, heute kann der Park nach der Winterpause wieder eröffnet werden.
Die Lust an seinem Beruf hat Bruno Schmelter nie verloren: Nicht, als er im Sommer 2002 den Freizeitpark im Ittertal kaufte, als von dessen nostalgischem Charme eigentlich nichts mehr übrig war. Nicht, als immer wieder Vandalen über die Zäune der über 100 Jahre alten Anlage kletterten und die alten Wachsfiguren in den Häuschen des Märchenwaldes zerstörten.
Schäden durch Schneemassen
Und auch jetzt, wo Schmelter auf ein mehr als schwieriges Jahr zurückblickt, ist die Lust an seinem Beruf, der viel mehr Berufung ist, geblieben: Seit zwei Monaten arbeiten er und sieben Angestellte unter Hochdruck, damit der Park am heutigen Freitag nach der Winterpause wieder eröffnen kann. Dabei haben die vergangenen Monate dem 67-Jährigen einiges abverlangt: Im Dezember brach das Dach des rund 100 Jahre alten Wasserkarussels unter den Schneemassen ein. "Weil es unter Denkmalschutz steht, durften wir es nur in enger Absprache mit der Denkmalbehörde wieder aufbauen", erzählt Schmelter.
Öffnungszeiten
Das Familienparadies Ittertal mit insgesamt 22 Attraktionen ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, in den Ferien von 10 bis 19 Uhr. Jeden Sonntag findet ein Kasperletheater statt. Bei schlechtem Wetter kann auch in der Indoorhalle gespielt werden. Der Eintritt kostet sieben Euro pro Person.
Unter der Schneelast aus dem Hang stürzende Bäume hätten an mehreren Stellen die Wege schwer beschädigt. Zudem sei die Überdachung seines historischen Wohnwagens zusammengebrochen. Hinzu kommen massive Einnahmeeinbußen aus dem verregneten Sommer vergangenen Jahres. Bruno Schmelter blickt trotz – oder gerade wegen – all dem nach vorne: "Es kann schließlich nur besser werden", sagt er.
Dafür hat Schmelter auch in diesem Jahr noch einmal kräftig investiert: Unter anderem in eine Wasserrutsche, auf der kleine und große Besucher in einem gelb-roten Schlauchboot den Hang hinabsausen können, in drei neue Häuschen, die die Geschichte von Jim Knopf erzählen und in eine Go-Cart-Bahn, auf der die Besucher in kleinen, blauen Flitzern ihre Runden ziehen können. Zudem hat er ungefähr 20 000 Blümchen auf dem gesamten Areal gepflanzt, das Schmelter als historischen Freizeitpark verstanden haben will. "Natürlich sind meine Karussells alt, aber sie sind in einem tadellosen Zustand." Dafür ist er gerne bereit, mit seinem Enkel drei Wochen an der Instandsetzung des ElefantenKarussels zu arbeiten, sagt er. Nur Hightech und Chrom dürfe man bei ihm nicht erwarten. "Wenn Leute das wollen, müssen sie ins Phantasialand fahren." Und noch etwas ärgert den gebürtigen Düsseldorfer: "Viele Solinger, die jetzt selbst Eltern sind, kennen den Märchenwald noch aus ihrer eigenen Kindheit, als er in einem desolaten Zustand war und kommen deshalb nicht her. Dass sich hier alles grundsätzlich gewandelt hat, wissen sie nicht."
Viel Herzblut investiert
Dabei, ist er überzeugt, sei ein Angebot wie seins in einer Zeit, in der die elektronische Unterhaltung schon bei den Kleinsten eine viel zu große Rolle spiele, umso bedeutsamer: "Hier können die Kinder spielen, machen und tun, Sachen anfassen und ausprobieren. Dann sitzen sie hier fröhlich lachend mit roten Bäckchen."
Und genau dafür, sagt Schmelter, lohnen sich die Zeit, das Geld und das Herzblut, das er investiert. "Manchmal ist man am Limit, aber die Lust daran ist immer da."
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