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Solingen: Hitzige Diskussionen

zuletzt aktualisiert: 15.03.2008

Solingen (RPO). Anders als in den vergangenen Jahren wurde der Träger des Bergischen Kunstpreises von der Jury nicht einstimmig, sondern per Mehrheitsentscheid bestimmt. Gisela Elbracht-Iglhaut erklärt die Gründe.

Gisela Elbracht-Iglhaut ist Kuratorin der Bergischen.  Foto: RPO
Gisela Elbracht-Iglhaut ist Kuratorin der Bergischen. Foto: RPO

Im Gräfrather Museum Baden steckt Gisela Elbracht-Iglhaut in ihrer geliebten „fünften Jahreszeit“ – so jedenfalls nennt die stellvertretende Leiterin des Museums scherzhaft die Vorbereitungswochen zur jährlichen Bergischen Kunstausstellung.

Nachdem die Jury am vergangenen Mittwoch aus den insgesamt 420 eingegangenen Bewerbungen die 14 Künstler ausgewählt hat, die in der 62. Auflage der traditionellen Kunstschau vertreten sein werden, beginnt für Elbracht-Iglhaut nun die konkrete Raum-Planung der Gruppenausstellung. Diese erfolgt in Abstimmung mit den beteiligten Künstlern. Die 62. Bergische wird am 5. Juni im Museum mit der Verleihung des Bergischen Kunstpreises der Deutschen Bank an den Düsseldorfer André Niebur eröffnet. Michael Tesch sprach mit Gisela Elbracht-Iglhaut über ide Jurysitzung und die Ausstellung.

Info

Museum Baden

Gisela Elbracht-Iglhaut ist stellvertretende Leiterin des Gräfrather Museum Baden.

Die in Wuppertal lebende Kunsthistorikerin ist im Museum in erster Linie für die zeitgenössische Kunst zuständig – und in dieser Funktion seit vielen Jahren auch Kuratorin der Bergischen Kunstausstellung.

Frau Elbracht-Iglhaut, hat sich die Verkleinerung der Jury von sieben auf fünf Juroren als richtig erwiesen?

Elbracht-Iglhaut Die Gespräche untereinander waren ebenso anregend wie in einer Jury mit mehreren Teilnehmern. Die Diskussionen waren aber vielleicht komprimierter und direkter. Das Verfahren wurde durch die Reduzierung in jedem Fall beschleunigt.

Wie war die Atmosphäre in den Diskussionen?

Elbracht-Iglhaut Die Atmosphäre war bisweilen durchaus hitzig, die gegnerischen Positionen streitbar, aber am Ende doch immer wieder sachlich und konstruktiv. Alle Jurymitglieder haben sich bei gegensätzlichen Auffassungen bemüht, stets fachliche Argumente anzuführen.

Zwei Jurymitglieder bei der Arbeit: Dr. Vanessa J. Müller und Solingens Kulturbüroleiter Hans Knopper. Die Entscheidung, wer den Bergischen Kunstpreis bekommt, fiel diesmal nicht einstimmig. Foto: RPO

Wie wurde in der Jury untereinander diese Überzeugungsarbeit konkret geleistet?

Elbracht-Iglhaut Wir achten immer darauf, dass sachliche Argumente angeführt werden, die fachlich begründet werden. Von Vorteil ist dabei, dass einige Jurymitglieder die Werke vieler Künstler, die sich beworben haben, bereits kennen und den anderen so Informationen darüber liefern konnten. Informationen, die die Fotos in den Bewerbungsmappen nicht unbedingt liefern. Alle Teilnehmer der Jury haben ihre Kenntnisse genutzt und überzeugend eingesetzt.

War es einfach, aus den vielen Bewerbungen 14 Positionen herauszusuchen?

Elbracht-Iglhaut Es ist immer schmerzhaft, wenn man sich für eine künstlerische Position, die einem sehr am Herzen liegt, verabschieden muss, weil die anderen Jurymitglieder mehrheitlich andere Prioritäten setzen. Die Jury setzt sich ja bewusst aus einer ungeraden Anzahl von Mitgliedern zusammen, bei der Mehrheitsverhältnisse und ein demokratisches Auswahlverfahren bestimmend sind. So war es am Ende schon eindeutig, wer den Weg in die Ausstellung schafft und wer leider eben nicht.

Wie viele Kandidaten gab es am Ende für den Kunstpreis?

Elbracht-Iglhaut Erst drei, dann zwei Kandidaten. Die Entscheidung ist in diesem Jahr nicht eindeutig ausgefallen. Das war ja in den vergangenen Jahren sonst immer der Fall. Am Ende haben sich drei Mitglieder der fünfköpfigen Jury eindeutig für den Düsseldorfer André Niebur ausgesprochen, also die Mehrheit. Trotzdem stehen alle fünf Jurymitglieder hundertprozentig hinter dem ermittelten Preisträger der Deutschen Bank.

Auf was darf man sich in der 62. Bergischen Kunstausstellung freuen?

Elbracht-Iglhaut Auf Vielfalt: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation und Video. Es ist also alles vertreten. Ich werde mich in Zusammenarbeit mit den beteiligten Künstlern bemühen, die 14 recht heterogenen Positionen zu einer spannenden Ausstellung zu arrangieren.

62. Bergische Kunstausstellung ab dem 5. Juni im Museum Baden, Wuppertaler Straße 160. Ab dem 7. Juni zeigt die Städtische Galerie Remscheid weitere Arbeiten der 14 ausgewählten Künstler.

Quelle: RP

 
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