Solingen: Hoffen auf Aufbruchstimmung
VON ANDREA RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009Solingen (RPO). Am Dienstag stellte die Stadt die neue Initiative "City 2013 – Die Solinger Innenstadt macht sich stark" in der gut gefüllten Kassenhalle der Sparkasse vor. Sie hofft auf Händler, die nun in den Standort investieren.
Für die einen ist das Jahr 2013 noch lang hin, für die anderen steht es quasi schon vor der Tür. Vier Jahre vergehen im Bereich der Stadtplanung und -weiterentwicklung wie im Fluge. Und so wurde am Dienstagabend durch die Stadt der Startschuss für die Initiative "City 2013 – Die Solinger Innenstadt macht sich stark" gegeben. Wobei das mit dem Startschuss so eine Auslegungssache ist.
Stab an Händler übergeben
Denn eigentlich ging es eher darum, den Staffelstab in andere Hände zu geben. Denn die Stadt hat in den vergangenen Jahren – vor allem durch die üppig geflossenen Zuschüsse für die Regionale 2006 – vieles bereits in der Innenstadt erreichen können, angefangen vom Südpark bis hin zum umgestalteten Neumarkt. Aus anderen Fördertöpfen stehen zudem demnächst die Umgestaltung des Alter Marktes und des Entenpfuhls an. Demnächst bedeutet im Übrigen für den Alter Markt, dass wahrscheinlich Ende des Jahres mit dem Umbau begonnen werden kann. Auch dort soll der Platzcharakter hervorgehoben werden – zudem soll das Denkmal des Klingenschmiedes von Künstler Henryk Dywan den Platz zieren.
Doch was helfen alle Umbaumaßnahmen, wenn die Händler nicht mitziehen? Und so hatte die Stadt für die Veranstaltung in der Sparkassenhalle, zu der alle Geschäftstreibenden und Immobilienbesitzer der Innenstadt eingeladen waren, Elke Frauns vom gleichnamigen Marketing-Büro, eingeladen. Diese stellte Ideen aus anderen Städten vor und machte deutlich, dass die Händler in ihre eigene Zukunft investieren müssten, etwa durch einen zeitgemäßen Umbau des eigenen Geschäftes.
Diese Investitionen hat Michael Borgmann vom gleichnamigen Sportgeschäft bereits getätigt. Als Anlieger an der eher toten unteren Hauptstraße war ihm klar, dass er was tun muss. Er hat im vorigen Jahr das Untergeschoss, in dem früher eine Disco untergebracht war, hinzu gemietet, und sich zudem auf Outdoor spezialisiert. Eine nach dem Umbau gemachte Kundenanalyse gibt ihm recht: "Wir haben nicht nur in Solingen, sondern auch aus dem Umland Kunden neu gewinnen kommen." Dies, so Borgmann, komme auch der Stadt zu gute. Ein Manko sieht der Ladeninhaber, dass sich seine Nachbarschaft noch nicht entsprechend mit entwickelt habe. Trotzdem setzt er darauf, dass Solingen "mittelfristig eine pulsierende Innenstadt" haben wird, auch wenn man sich jetzt "noch nicht gut genug verkaufe".
Doch was mittelfristig ist, ist zeitlich klar begrenzt. Spätestens wenn der Hofgarten im Herbst 2011 eröffnet, muss sich auch die restliche Innenstadt den Kunden positiv präsentieren: " Zur Eröffnung werden viele Menschen auch aus dem Umland nach Solingen strömen. Wir haben nur diese eine Chance, wenn wir die nicht nutzen, war es das", unterstrich Waldemar Gluch vom Werbering WIR.
Abriss beginnt im Juli
Im kommenden Monat beginnt HLG mit den ersten Abbrucharbeiten am alten Karstadt-Trakt. Baudezernent Hartmut Hoferichter unterstrich, dass er nach einem Telefonat vor der Veranstaltung am Dienstag die nochmalige Zusicherung von HLG erhalten habe, dass der neue Zeitplan eingehalten werde. Auch mit der Finanzierung soll es keine Probleme geben. "Herr Diesen berichtete mir, dass er früher das Geld für solche Projekte von den Banken in zwei Tagen zusammen bekommen habe, nun bräuche er zwei Wochen dafür", erzählte Gluch von einem ähnlich lautendem Telefonat mit HLG-Geschäftsführer Christian Diesen.
Zwei Empfehlungen von Elke Frauns wurden am Abend gleich aufgenommen. So sicherte Ruth Deus für den Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband den Händlern ihre Unterstützung bei der Gründung einer Service- und Qualitätsoffensive zu, etwa durch Schulungen.
Für den Initiativkreis rief Jan Höttges einen Wettbewerb aus. Die ersten fünf Innenstadt-Händler, die sich melden, bekommen durch ein Solinger Architekturbüro einen Entwurf für einen Geschäftsumbau. Aber auch Höttges unterstrich noch einmal, dass es nach den vielen Vorleistungen der Stadt nun an den Händlern sei, etwas zur Attraktivierung der Innenstadt beizusteuern.
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