Solingen: Hoffen auf den guten Schnitt
VON UWE VETTER - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Solingen (RPO). Von Freitag bis Dienstag nächster Woche stellen 37 Solinger Unternehmen auf der Frankfurter Messe Ambiente ihre neuen Produkte vor. Die Messe ist nach wie vor Treffpunkt der Schneidwarenbranche.
Plagiarius
Zum Auftakt der Frankfurter Messe Ambiente wird am Freitag, 12. Februar, der gefürchtete Negativpreis Plagiarius vergeben. Skrupellosen Nachahmern wird hier der schwarze Zwerg mit der goldenen Nase verliehen – als Symbol für die immensen Gewinne, die die Produktpiraten sprichwörtlich auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften.
Ab 19. Februar werden die aktuellen Preisträger im Museum Plagiarius im Solinger Südpark präsentiert. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Das erste Halbjahr 2009 war problematisch. Drei Monate Kurzarbeit waren bei der Ohligser Manufaktur Herder Windmühlenmesser zu bewältigen, doch das zweite Halbjahr hat dann richtig geboomt. "Als wenn ein Hebel umgelegt worden ist, das Fax-Gerät hat die Aufträge nur so herausgeworfen", freut sich Giselheid Herder-Scholz. Die Verluste aus dem ersten Halbjahr konnten so bis zum Jahresende mehr als kompensiert werden. "2009 war ein gutes Jahr für uns", meint die Geschäftsführerin und blickt jetzt erwartungsvoll auf die Messe Ambiente in Frankfurt, die am Freitag ihre Tore öffnet.
Trotz Wirtschaftskrise gut über die Runden zu kommen – Giselheid Herder-Scholz erklärt sich das vor allem mit den Produkten der Ohligser Manufaktur. "Wir sind im Segment der hohen Wertigkeit unterwegs, und unsere Kunden wollen etwas Gutes kaufen", meint Giselheid Herder-Scholz zum Konzept des Unternehmens, Messer für die gehobene Alltagskultur anzubieten: "Da sind wir immer auf Kurs geblieben, das hat sich ausgezahlt."
Und das soll sich nun weiter auf der Messe Ambiente auszahlen, die nach wie vor Treffpunkt der Schneidwarenbranche ist. Gleich 37 Firmen aus der Klingenstadt stellen von Freitag bis Dienstag in Frankfurt ihre neuen Produkte vor. Auch Windmühlenmesser mit der kleinen Kochmesser-Serie K mit unterschiedlichen Beschalungen. "K steht für kochen und kompakt", erklärt Herder-Scholz, die diese Produktneuheit bereits im Januar auf einer Messe in Paris präsentierte: "Die Messer-Serie wurde dort gut angenommen."
Neu orientieren müssen sich die Solinger Aussteller auf der Ambiente allemal. Denn nicht mehr wie bisher in den Hallen acht, neun oder zehn sind die Solinger Unternehmen zu finden, vielmehr jetzt in den Hallen drei, vier oder auch eins. "Es gibt auch keine Feststände mehr, die beispielsweise Zwilling oder Carl Mertens in Halle zehn hatten", sagt Jens-Heinrich Beckmann, der Geschäftsführer des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren (IVSH). Alle Firmen hätten nun in neue Messestände investieren müssen. "Das Neue hat auch eine Chance. Es muss aber abgewartet werden, ob die Neuordnung zu einer Belebung der Messe führt", sagt Beckmann.
Hoffnung auf Besserung
Er sieht die Schneidwarenbranche im Geschäftsjahr 2009, abgesehen von einigen Ausnahmen wie beispielsweise Windmühlenmesser, mehrheitlich auf der Verlustseite. "Unsere Umfragen haben aber ergeben, dass das vierte Quartal 2009 erkennbar besser war als der Vergleichszeitraum 2008", berichtet der IVSH-Geschäftsführer. Erste kleinere Messen in diesem Jahr nähren die Hoffnung auf wirtschaftliche Verbesserung der von Kurzarbeit und auch Entlassungen gebeutelten Schneidwarenbranche. "Die Branche braucht das auch. Und diese Messen waren zumindest alle nicht schlecht", sagt Beckmann.
Die Ambiente ist die internationale Leitmesse für Produkte rund um den gedeckten Tisch, Küche und Hausrat, Geschenk- und Dekorationsartikel sowie Wohn- und Einrichtungsaccessoires. Sie besteht aus den drei Fachmessen "Dining", "Giving" und "Living". 4300 Aussteller sind vor Ort.
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