Solingen: Hoffnung trotz Absage
VON ANDREA RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 31.07.2009Solingen (RPO). NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper sagte deutlich Nein zu der Bitte, dass das Land Mitglied einer Betreibergesellschaft für Schloss Burg wird. Er sagte nur fachliche Hilfestellung zu.
Und dann war es eben doch nur NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper und nicht der Weihnachtsmann, der gestern seinen Weg nach Schloss Burg gefunden hatte. Denn vom CDU-Mann aus Düsseldorf gab es ein klares "Nein" zu der Begehrlichkeit der drei Eigentümerstädte Solingen, Remscheid und Wuppertal, das Land in eine gemeinsame Betreibergesellschaft für das touristische Kleinod zu locken – und damit in die finanzielle Pflicht zu nehmen. Verständlich, bei einem Ja hätten Schloss-Betreiber aus ganz NRW – und da gibt es nicht eben wenige – Schlange gestanden vor dem Sitz des Bauministers.
Trotzdem bewertete Solingens Oberbürgermeister Franz Haug den Besuch Lienenkämpers nicht als Misserfolg, zeigte der Parteifreund aus Düsseldorf doch Perspektiven auf. Er will fachlich beraten, damit man mit der Burg wenigstens an EU-Fördergelder kommt. Gerne auch mit der Verbindung zum NRW-Wirtschaftsministerium, in dessen Beritt der Tourismus angesiedelt ist.
Kompetenzen klarer regeln
Dafür soll nun eine Projektskizze entworfen werden, die zeigt, wo der Schlossbauverein mit seinen drei Eigentümern denn hin will. Und genau an diesem Punkt liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer. Oder anders gesprochen: Bislang verderben zu viele Köche den Brei. Und so präsentierte Solingens OB Franz Haug nach der – wenn auch netten Absage des Ministers – einen Vorschlag, die Kompetenzen auf einen Küchenchef und einen Chefkoch zu verteilen. Den Küchenchef würde Solingen machen (müssen). Per Dienstleistungsvertrag, so stellt es sich Haug vor, würden die drei Eigentümerstädte die Stadt Solingen beauftragen, das laufende Geschäft abzuwickeln und mit dem Chefkoch, dem Schlossbauverein, einen Vertrag abzuschließen. Allerdings mahnten gestern sowohl Haug als auch der Schlossbauverein an, die Rahmenbedingungen klarer als bislang zu fassen, damit auch der Schlossbauverein weiß, was er zu tun und zu lassen hat: Dieser Vertrag müsste so formuliert sein, dass sich sowohl Haugs Nachfolger, als auch der neue Schloss-Geschäftsführer daran halten müssten, forderte zum Beispiel Klaus-Dieter Schulz, Vorsitzender des Schlossbauvereins
Jedenfalls will man – wenn die Projektskizze vorliegt – zügig daran gehen, die vakante Geschäftsführersstellen auszuschreiben. "Eigentlich wollten Herr Irlenbusch und ich nur bis Juni in die Bresche springen", unterstrich Schulz. Doch mit einer Lösung in Sichtweite, so Hans Irlenbusch, "kommt es uns auf einen Monat nicht an." Auch Franz Haug ging am Ende nicht unzufrieden aus dem Gespräch. Hatte er doch dem Vereinsvorsitzenden aus den Rippen geleiert, dass Überschüsse durch Veranstaltungen künftig – wenn ein Kredit über 100 000 Euro abbezahlt ist – auch stärker in Instandhaltungsmaßnahmen gesteckt werden. Denn davon wird es in Zukunft viele geben. Alleine das Erstellen einer genauen Schadensliste mit Vorschlägen zu den Sanierungsmaßnahmen für die Burg wird mehrere hunderttausend Euro kosten.
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