Solingen: Hoher Kupferpreis bringt Gemeinde Geld
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 11.06.2011Solingen (RP). Dinge aufzubewahren, zahlt sich mitunter aus. Das kann die evangelische Stadtkirchengemeinde jetzt bestätigen. 2500 Euro hat ihr der Verkauf der kupfernen Außenhülle der alten Kirchenkuppel gebracht, die bis zum Jahr 2008 die Spitze der Kirche am Fronhof zierte. "Hätte die Gemeinde sie schon 2008 verkauft, als der Kupferpreis durch die Wirtschaftskrise am Boden lag, hätte sie nur ein Drittel des jetzigen Preises bekommen", berichtet Dr. Hanjo Bergfeld.
Seine Firma Dr. Bergfeld Schmiedetechnik GmbH lagerte die Kupferhülle daher ein, bis sich der Wert wieder erholte. Vor rund zwei Monaten brachte sie das Kupfer dann an den Mann. "Das Geld kann jetzt für die Kirchenarbeit eingesetzt werden", freut sich Bergfeld.
Die Kuppel musste erneuert werden, weil im Jahr 2007 Sturm "Kyrill" das Kreuz darauf heruntergerissen hatte. "Wir konnten nicht einfach ein neues Kreuz daraufsetzen, weil sich herausstellte, dass die gesamte Verankerung marode war und ein neues Kreuz nur mit einer neuen Kugel möglich war."
Bis Herbst Kirchenumbau klären
Rund 350 000 Euro hat die Erneuerung von Kreuz, Kugel und Ecksteinen am Turm gekostet. Insgesamt musste die Gemeinde etwa 600 000 Euro für die Sanierung des Turms bezahlen. "Dafür haben wir unser Vermögen mit 350 000 Euro beliehen und haben seit 2008 so gut gewirtschaftet, dass wir schon auf 57 000 Euro herunter sind", berichtet Finanzgerichtsmeister Frank Klopp. Das Presbyterium hofft, dass sich noch Spender finden, durch die die Restschulden so schnell wie möglich abgetragen werden. Das sei nötig, um das neue Großprojekt in Angriff nehmen zu können: die Öffnung der Stadtkirche zum Fronhof hin.
3,6 bis 3,8 Millionen Euro hat die Gemeinde für den Umbau – zusätzlicher Eingang und Kirchencafé – veranschlagt. 1,8 Millionen Euro hat das Land bereits im Rahmen von "City 2013" bewilligt. "Jetzt müssen die Pläne noch das Genehmigungsverfahren in der Landeskirche durchlaufen", erklärt Klopp. Denn die Gemeinde muss – möglicherweise mit Hilfe des Kirchenkreises – die übrigen 1,8 bis zwei Millionen Euro aufbringen. "Wir hoffen, bis zum Herbst alle Gremien zu überzeugen, so dass wir im nächsten Jahr loslegen können", sagt Pfarrerin Jutta Degen.
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