Solingen: Industrie spielt bergischen Doppelpass
VON B. BUSSANG, M. OBERPRILLER UND G. RADTKE - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012Solingen (RP). Sportlich sieht es eher finster aus. Von den drei bergischen Traditionsvereinen spielt nur der Wuppertaler SV professionell, allerdings viertklassig. Der FC Remscheid kickt in der Landesliga, Union Solingen dümpelt nur noch in der Bezirksliga.
Andererseits: 600 000 Menschen leben im Bergischen Städtedreieck – und das ist "nahezu bundesligatauglich". Das sagt Lothar Stücker, Finanzvorstand des Wuppertaler SV. Er wird am 9. Februar das Impulsreferat einer Veranstalung der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) für Mitglieder der Kammer halten. Thema: "Spitzensport im Bergischen Städtedreieck". Und einer Pressemitteilung zufolge wird die Leitfrage des Abends lauten: Brauchen wir einen bergischen Fußballclub?
Der Referent gibt sich noch zurückhaltend: "Ich werde in erster Linie über den WSV reden", sagt Stücker. Tradition habe in dem Verein eben noch großes Gewicht, weiß der Funktionär, aber: "Der Reflex ins Bergische ist gegeben. Deshalb sollten wir offen sein, und wenn Interesse aus Solingen oder Remscheid besteht, sind wir diskussionsbereit." Was im Handball mit dem Bergischen HC möglich wurde, sollte im Fußball nicht ausgeschlossen werden.
Diese Position hat jedenfalls die IHK in der Vergangenheit immer vertreten. IHK-Geschäftsführer Michael Wenge spricht im Hinblick auf die geplante Veranstaltung, bei der auch der Manager des Fußball-Bundesligisten Mainz 05, Christian Heidel, auf dem Podium sitzt, von einem "Versuchsballon".
Die Moderation hat der Sportjournalist Ulli Potofski. Für Wenge ist klar: "Eine Bundesliga-Mannschaft im Fußball ist ein Imagefaktor, und ein gutes Image können wir gebrauchen." Die Bundesliga als Markenzeichen: Mönchengladbach, Hoffenheim, Mainz machen den Bergischen vor, wie kleine Standorte durch einen Liga-Club in der medialen Wahrnehmung groß wurden. "Ein Spitzenverein ist ein wichtiger weicher Standortfaktor", sagt Wenge.
Davon dürfte das Städtedreieck noch weit entfernt sein. Allein die sportliche Situation ist mit der Handballfusion im Jahr 2006 nicht vergleichbar. Damals taten sich die Profiabteilungen zweier Zweitligisten zusammen. Im Fußball hat Solingen derzeit kaum was anzubieten: Ranghöchster Club ist der VfB Solingen als Landesligist. Traditionsclub Union kickt – wie der BV Gräfrath und Sportring Höhscheid-Widdert – eben nur in der achtklassigen Bezirksliga.
Podiumsdiskussion "Spitzensport im Bergischen Städtedreieck", Donnerstag, 9. Februar, 18 Uhr, IHK-Hauptgeschäftsstelle, Wuppertal, Heinrich-Kamp-Platz 2, Anmeldung für Mitglieder unter Telefon 0202-2490-110
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