Solingen: Itter soll durch neue Anlage sauberer werden
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009 - 10:38Solingen (RPO). Die Sorge um die Wasserqualität der Itter bleibt - in Solingen ebenso wie in Hilden und Düsseldorf. Eine Verbesserung soll deshalb eine zentrale Abwasserentsorgung für die Galvano-Branche bringen. Ab Januar will die Stadt nach Auskunft von Dr. Klaus Strehlau, Leiter des Stadtdienstes Natur und Umwelt, beginnen, Investoren für den Bau und Betrieb einer solchen Anlage zu gewinnen.
Sie könnte in Solingen angesiedelt werden, neben der Müllverbrennungsanlage. Die Entsorgungsbetriebe hätten bereits ein geeignetes Nachbargrundstück erworben, berichtet Strehlau auf Anfrage unserer Zeitung. Und auch ein angrenzendes Grundstück der Solinger Stadtwerke komme in Frage. Die Nähe zur Müllverbrennung sei gewollt, weil die dortige Abwärme für die Abwasser-Aufbereitungsanlage eingesetzt werden könne.
Investorensuche ab Januar
Die geplante neue Anlage soll die Itter-Belastung insbesondere mit Perfluortensiden (PFT) verringern, die unter dem Verdacht stehen, krebserregend zu sein. PFT werden in der Galvanik-Industrie eingesetzt und sind - bislang - beim Beizen und beim Verchromen unerlässlich. Über das Abwasser der Betriebe gelangen kleine Mengen regelmäßig in die Itter, weil die Stoffe auch in Klärwerken nicht restlos ausgefiltert werden können. Und über die Hälfte des Itterwassers besteht aus gereinigtem Abwasser.
Im Januar soll eine Datensammlung - unter anderem mit Art und Menge der Abwässer von 270 bergischen Betrieben sowie einer Wirtschaftlichkeitsrechnung - Interessenten und möglichen Investoren der zentralen Abwasserentsorgung zur Verfügung stehen. Zu den potenziellen Investoren zählen Klaus Strehlau zufolge nicht nur die Solinger Entsorgungsbetriebe, sondern auch die hiesigen Wasserverbände sowie bergische Unternehmer. Sie alle sowie Vertreter der Industrie- und Handelskammer und der Kreishandwerkerschaft würden Anfang nächsten Jahres zu einem runden Tisch eingeladen.
„Ein Entwurf der Wirtschaftlichkeitsrechnung wird wohl schon vor Weihnachten vorliegen“, erklärte der Stadtdienstleiter. Außerdem sei bereits eine Voranfrage zum Emissionsschutz an die Bezirksregierung gestellt worden.
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