Solingen: Jede 3. Tonne nicht geleert
VON UWE VETTER - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Solingen (RPO). Die Müllabfuhr setzt jetzt Sonderkolonnen in Hofschaften und Nebenbereichen ein.
Die großen Mülltonnen quillen über, die Deckel können schon gar nicht mehr geschlossen werden bei den grauen Tonnen unter dem Carport in der Siedlung Lerchenstraße des Spar- und Bauvereins Solingen.
Nach dem heftigen Wintereinbruch am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche geriet der Fahrplan der Solinger Müllabfuhr gehörig durcheinander. So blieb beispielsweise der Müll in den Tonnen an der Lerchenstraße liegen, der üblicherweise jeden Mittwoch abgeholt wird – und bislang nicht abgeholt wurde.
Die Ankündigung, die verpasste Mittwoch-Leerung am Samstag nachzuholen, konnte nicht eingehalten werden. Denn tags darauf kam zu den Winterproblemen noch der Warnstreik im öffentlichen Dienst hinzu, an dem sich auch die Beschäftigten der Entsorgungsbetriebe Solingen (EBS) beteiligten. "Der Streiktag hat unserem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Siegfried Schulz. Der EBS-Leiter sieht die rund 70 Müllwerker jetzt aber "Tag für Tag" im Nachholeinsatz. "Spielt das Wetter mit, haben wir bis Freitag alles erledigt", kündigt Schulz an.
Entsorgungsbetriebe
Die Entsorgungsbetriebe Solingen wurden am 1. Januar 1995 gegründet. Die Entsorgung des Restmülls richtet sich nach dem Volumen des Restmüllgefäßes und nach dem Leerungsrhythmus. Ein Abfallgefäß (120 Liter) mit wöchentlicher Leerung kostet im Jahr beispielsweise 313,10 Euro.
Erschwerte Bedingungen
In Hofschaften und anderen abgelegenen Bereichen der Stadt sieht der EBS-Leiter derzeit noch einen Rückstand von 30 Prozent nicht geleerter Mülltonnen. Sonderkolonnen sollen hier ab Donnerstag in Marsch gesetzt werden, damit auch dort bis zum Wochenende alle Tonnen geleert werden – günstige Witterungsbedingungen allerdings vorausgesetzt.
"In den vergangenen acht Wochen hatten unsere Mitarbeiter mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen", erklärt der EBS-Leiter. Hohe Schneeberge auf den Gehwegen und nicht geräumte Straßen hätten die Arbeit extrem erschwert. "Müllgefäße durch die Schneemengen zu ziehen, das ist ein Knochenjob", weiß Schulz und ergänzt: "Die Leute haben am Limit gearbeitet."
Doch selbst bei den stärksten Schneefällen seien die Solinger EBS-Mitarbeiter noch hinausgefahren, während in anderen Städten die Müllabfuhr eingestellt worden sei. "Wir haben den Fahrern die Entscheidung überlassen, ob sie die Straßen bewältigen können oder nicht", so Schulz. Vor allem auf Nebenstraßen, wo es zu eng gewesen sei, um mit dem großen Müllfahrzeug durchzukommen, habe man es aus Sicherheitsgründen sein gelassen. "Wir wollten ja auch keinen Schaden anrichten", meint der EBS-Leiter mit Blick auf Autos, die wegen der Schneemassen weit im Straßenbereich abgestellt waren.
Für die Anwohner der Lerchenstraße, die überdies vom städtischen Winterdienst links liegen gelassen worden war, soll sich das Müllproblem nach 14 Tagen heute entspannen: Die Müllabfuhr rückt zum normalen Leerungstermin an.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.


